Ausbildung als Maurer (m/w/d): Aufgaben, Gehalt und Karriere

Der Beruf Maurer (m/w/d) gehört zu den klassischen Ausbildungsberufen im Bauhandwerk. Maurer:innen errichten Wände, bauen tragende und nicht tragende Bauteile, verarbeiten Steine und Mörtel und wirken an der Herstellung von Gebäuden mit. Sie arbeiten nach Bauplänen, bereiten Baustellen vor und achten darauf, dass Bauteile stabil, maßgenau und fachgerecht ausgeführt werden.

Die Ausbildung Maurer (m/w/d) ist eine duale Berufsausbildung, die praktische Arbeit im Ausbildungsbetrieb mit Unterricht in der Berufsschule verbindet. Auszubildende lernen verschiedene Baustoffe und Bauweisen kennen, üben den Umgang mit Werkzeugen und Maschinen und erwerben wichtige Kenntnisse über Arbeitsschutz, Bauphysik und technische Zeichnungen.

Der Beruf eignet sich für Schüler:innen, die gern praktisch arbeiten, sich für Gebäude und Bauprojekte interessieren und sichtbare Ergebnisse ihrer Arbeit schätzen. Wer Maurer:in werden möchte, sollte körperlich belastbar sein, sorgfältig arbeiten und sich auf wechselnde Bedingungen auf Baustellen einstellen können. Nach der Ausbildung gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, Berufserfahrung zu sammeln, sich zu spezialisieren oder eine weiterführende Qualifikation im Bauhandwerk anzustreben.

Berufsbild: Was macht man als Maurer (m/w/d)?

Maurer:innen stellen Bauteile aus unterschiedlichen Materialien her und sind an Neubau-, Umbau- und Sanierungsprojekten beteiligt. Sie errichten beispielsweise Außen- und Innenwände, setzen Fertigteile ein, bauen Öffnungen für Türen und Fenster ein und führen je nach Auftrag weitere Rohbauarbeiten aus. Grundlage ihrer Arbeit sind Baupläne, technische Vorgaben und die Anforderungen des jeweiligen Bauprojekts.

Der Arbeitsalltag beginnt häufig mit der Vorbereitung der Baustelle. Materialien und Werkzeuge werden bereitgestellt, Maße überprüft und Arbeitsabläufe mit dem Baustellenteam abgestimmt. Anschließend werden Bauteile hergestellt oder bestehende Konstruktionen bearbeitet. Dabei kommt es auf Genauigkeit an: Schon kleine Abweichungen bei Maßen, Höhen oder Winkeln können spätere Arbeitsschritte anderer Gewerke erschweren.

Zum Beruf gehört mehr als das Aufeinandersetzen von Steinen. Maurer:innen müssen Baustoffe unterscheiden, Mörtel fachgerecht verarbeiten, Bauzeichnungen verstehen und die Qualität ihrer Arbeit kontrollieren. Außerdem beachten sie Sicherheitsvorschriften, sichern Arbeitsbereiche und stimmen sich mit anderen Beschäftigten auf der Baustelle ab. Moderne Hilfsmittel und Maschinen erleichtern viele Aufgaben, ersetzen aber nicht das notwendige handwerkliche Können.

Typische Aufgaben

  • Baustellen vorbereiten: Arbeitsbereiche einrichten, Materialien bereitstellen und die benötigten Werkzeuge sowie Maschinen kontrollieren.
  • Baupläne lesen: Zeichnungen, Maße und technische Angaben verstehen und auf die praktische Ausführung übertragen.
  • Mauerwerk herstellen: Ziegel, Kalksandsteine, Porenbetonsteine oder andere geeignete Mauersteine fachgerecht versetzen.
  • Mörtel verarbeiten: Mörtel nach Vorgaben vorbereiten und so auftragen, dass die Steine sicher und maßgerecht verbunden werden.
  • Wände errichten: Innenwände, Außenwände und weitere Mauerwerksbauteile entsprechend der Bauplanung herstellen.
  • Öffnungen und Anschlüsse ausführen: Bauteile für Türen, Fenster und Anschlüsse an andere Konstruktionen vorbereiten und herstellen.
  • Betonarbeiten unterstützen: Je nach Baustelle Schalungen vorbereiten, Beton einbringen oder bei der Herstellung von Bauteilen mitwirken.
  • Bauteile prüfen: Maße, Winkel, Höhen und Ebenheit kontrollieren, damit die Konstruktionen den Vorgaben entsprechen.
  • Sanierungsarbeiten durchführen: Bestehendes Mauerwerk ausbessern, beschädigte Bereiche erneuern oder bei Umbauten Bauteile bearbeiten.
  • Wärme- und Feuchteschutz berücksichtigen: Vorgesehene Dämm- und Abdichtungsmaßnahmen im eigenen Arbeitsbereich fachgerecht ausführen oder vorbereiten.
  • Werkzeuge und Maschinen einsetzen: Beispielsweise Mörtelmischer, Trennmaschinen, Messgeräte und weitere Baustellengeräte sachgerecht bedienen.
  • Arbeitsschutz einhalten: Schutzkleidung tragen, Gefahren erkennen und die Regeln für sicheres Arbeiten auf Baustellen beachten.
  • Mit anderen Gewerken zusammenarbeiten: Arbeitsabläufe mit Fachkräften aus anderen Bauberufen koordinieren und Übergaben vorbereiten.

Arbeitsorte und Branchen

  • Hochbauunternehmen: Maurer:innen errichten dort Wohnhäuser, Bürogebäude, Schulen und andere Bauwerke.
  • Bauunternehmen für Rohbauarbeiten: Der Schwerpunkt liegt auf tragenden und nicht tragenden Bauteilen sowie weiteren Arbeiten am Rohbau.
  • Handwerksbetriebe: Kleinere und mittlere Betriebe übernehmen häufig Neubau-, Umbau- und Sanierungsaufträge für private oder gewerbliche Kund:innen.
  • Sanierungs- und Modernisierungsbetriebe: Hier werden bestehende Gebäude instand gesetzt, baulich verändert oder an neue Anforderungen angepasst.
  • Öffentliche Bauprojekte: Maurer:innen können an Bauvorhaben für kommunale Einrichtungen, Bildungseinrichtungen oder andere öffentliche Gebäude mitarbeiten.
  • Baustellen im Wohnungsbau: Der Bau von Ein- und Mehrfamilienhäusern gehört zu den typischen Einsatzbereichen.
  • Gewerbe- und Industriebau: Auch Hallen, Werkstätten und andere gewerblich genutzte Gebäude benötigen fachgerecht hergestellte Bauteile.

Die Arbeit findet überwiegend auf Baustellen statt. Dort können Wetter, Staub, Lärm und wechselnde Temperaturen den Arbeitsalltag beeinflussen. Auf vielen Baustellen wird im Freien gearbeitet, teilweise aber auch innerhalb bereits errichteter Gebäude. Je nach Unternehmen wechseln die Einsatzorte regelmäßig. Teamarbeit und eine gute Abstimmung mit Bauleitung, Vorarbeiter:innen und anderen Gewerken sind deshalb wichtig.

Voraussetzungen für die Ausbildung

Für die Ausbildung Maurer (m/w/d) ist rechtlich grundsätzlich kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Ausbildungsbetriebe können jedoch eigene Anforderungen an Bewerber:innen stellen. Ein Hauptschulabschluss ist häufig eine gute Ausgangsbasis; auch mit einem mittleren Schulabschluss ist der Einstieg möglich. Neben den schulischen Leistungen zählen vor allem handwerkliches Interesse, Zuverlässigkeit und die Bereitschaft, praktisch zu lernen.

Wer Maurer:in werden möchte, sollte sich für Bauwerke, Baustoffe und technische Zusammenhänge interessieren. Hilfreich sind außerdem räumliches Vorstellungsvermögen und ein grundlegendes Verständnis für Maße und Berechnungen. Da auf Baustellen mit schweren Materialien und Maschinen gearbeitet wird, ist es wichtig, Sicherheitsregeln ernst zu nehmen und körperliche Belastungen verantwortungsvoll zu bewältigen.

Wichtige Fähigkeiten und Interessen

  • Handwerkliches Geschick: Steine, Werkzeuge und Materialien müssen sicher und präzise bearbeitet werden.
  • Räumliches Vorstellungsvermögen: Baupläne und Zeichnungen sollen in fertige Bauteile übertragen werden können.
  • Mathematisches Grundverständnis: Maße, Flächen, Mengen und einfache Berechnungen spielen im Arbeitsalltag eine wichtige Rolle.
  • Sorgfalt und Genauigkeit: Wände und andere Bauteile müssen maßgerecht und entsprechend den technischen Vorgaben hergestellt werden.
  • Körperliche Belastbarkeit: Die Arbeit kann langes Stehen, Bücken, Tragen und Tätigkeiten in unterschiedlichen Körperhaltungen umfassen. Geeignete Hebe- und Transporthilfen sind wichtig.
  • Teamfähigkeit: Auf Baustellen müssen Arbeitsabläufe mit Kolleg:innen und anderen Gewerken abgestimmt werden.
  • Zuverlässigkeit: Vereinbarte Arbeitsschritte und Sicherheitsregeln müssen eingehalten werden, damit das Bauprojekt planmäßig vorankommt.
  • Praktisches Problemlösen: Bei Abweichungen oder unerwarteten Bedingungen ist es wichtig, sachgerecht zu reagieren und sich mit zuständigen Fachkräften abzustimmen.
  • Verantwortungsbewusstsein: Fehler können die Qualität und Sicherheit eines Bauwerks beeinträchtigen. Deshalb müssen Vorgaben sorgfältig umgesetzt werden.
  • Interesse an Technik und Baustoffen: Wer wissen möchte, wie Gebäude entstehen und warum unterschiedliche Materialien eingesetzt werden, findet in diesem Beruf viele Lernmöglichkeiten.

Hilfreiche Schulfächer

  • Mathematik: Grundrechenarten, Maßeinheiten, Flächen- und Volumenberechnungen sind beim Ermitteln von Materialmengen und beim Überprüfen von Maßen hilfreich.
  • Physik: Grundlagen zu Kräften, Wärme und Materialeigenschaften erleichtern das Verständnis von Baukonstruktionen.
  • Technik oder Werken: Praktische Erfahrungen mit Werkzeugen, Materialien und technischen Zeichnungen sind eine gute Vorbereitung.
  • Kunst oder technisches Zeichnen: Räumliches Denken und das Verständnis von Darstellungen können beim Lesen von Bauplänen nützlich sein.
  • Deutsch: Arbeitsanweisungen, Sicherheitsinformationen und technische Dokumente müssen verstanden werden. Auch die Kommunikation im Team ist wichtig.

Gute Noten in allen Fächern sind keine zwingende Voraussetzung. Wer Motivation zeigt, zuverlässig arbeitet und bereit ist, neue Fertigkeiten zu lernen, kann fehlende Kenntnisse während der Ausbildung ausbauen. Ein Praktikum in einem Bauunternehmen bietet eine gute Möglichkeit, die Anforderungen kennenzulernen und herauszufinden, ob der Beruf zu den eigenen Interessen passt.

Ausbildungsinfos

Die Ausbildung Maurer (m/w/d) ist dual organisiert. Die Auszubildenden lernen im Betrieb, wie Bauarbeiten vorbereitet und fachgerecht ausgeführt werden. In der Berufsschule kommen theoretische Grundlagen hinzu, etwa Baustoffkunde, technische Berechnungen, Baukonstruktionen und Arbeitssicherheit. Ergänzend können überbetriebliche Ausbildungsstätten praktische Fertigkeiten vermitteln, die nicht in jedem Betrieb gleichermaßen eingeübt werden können.

Dauer und Ablauf der Ausbildung

Die reguläre Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre. Sie ist Teil der Ausbildung im Baugewerbe und folgt einem gestuften Ausbildungsaufbau. Die genauen Inhalte und Prüfungsregelungen richten sich nach der geltenden Ausbildungsordnung. Je nach Ausbildungsmodell und persönlichen Voraussetzungen können besondere Regelungen zum Ablauf oder zur Verkürzung der Ausbildung gelten.

Im ersten Ausbildungsabschnitt erwerben Auszubildende grundlegende Kenntnisse für Bauarbeiten. Dazu gehören das Einrichten von Arbeitsplätzen, das Lesen einfacher Bauzeichnungen, der Umgang mit Werkzeugen und das Kennenlernen wichtiger Baustoffe. Sie üben, Maße zu übertragen, Mörtel zu verarbeiten und einfache Bauteile herzustellen.

Im weiteren Verlauf werden die praktischen Tätigkeiten anspruchsvoller. Auszubildende lernen, unterschiedliche Mauerwerksarten herzustellen, Bauabläufe zu planen und Qualitätsanforderungen zu kontrollieren. Sie arbeiten zunehmend selbstständiger und übernehmen Aufgaben, die ihrem Ausbildungsstand entsprechen. Dabei lernen sie auch, mit anderen Beschäftigten auf der Baustelle zusammenzuarbeiten.

Die Berufsschule vermittelt das notwendige Fachwissen und ergänzt die Praxiserfahrungen. Je nach Bundesland und Ausbildungsorganisation findet der Unterricht an bestimmten Wochentagen oder in Blockform statt. Die praktische Ausbildung kann außerdem durch überbetriebliche Lehrgänge ergänzt werden.

Was lernt man in der Ausbildung?

  • Baustellen einrichten: Arbeitsbereiche vorbereiten, Materialien lagern und Schutzmaßnahmen beachten.
  • Bauzeichnungen lesen: Maße, Symbole und technische Angaben verstehen und in Arbeitsschritte übertragen.
  • Baustoffe unterscheiden: Eigenschaften und Einsatzbereiche von Mauersteinen, Mörtel, Beton und weiteren Baustoffen kennenlernen.
  • Mauerwerk herstellen: Steine fachgerecht setzen, Fugen ausbilden und Bauteile nach den Vorgaben herstellen.
  • Maße übertragen und kontrollieren: Messwerkzeuge nutzen und prüfen, ob Bauteile an der richtigen Stelle und in den vorgesehenen Abmessungen entstehen.
  • Beton- und Schalungsarbeiten kennenlernen: Je nach Ausbildungsabschnitt Bauteile vorbereiten und bei entsprechenden Bauarbeiten mitwirken.
  • Bauteile abdichten und schützen: Grundlagen zu Feuchte-, Wärme- und Witterungsschutz kennenlernen und im jeweiligen Arbeitsbereich umsetzen.
  • Bestand bearbeiten: Bei geeigneten Aufgaben Mauerwerk ausbessern, Bauteile zurückbauen oder Sanierungsarbeiten vorbereiten.
  • Maschinen und Geräte einsetzen: Baustellengeräte unter Beachtung der Sicherheitsvorgaben bedienen und pflegen.
  • Arbeitsabläufe planen: Materialbedarf, Arbeitsschritte und zeitliche Abläufe berücksichtigen.
  • Qualität prüfen: Ergebnisse kontrollieren, Abweichungen erkennen und bei Bedarf mit zuständigen Fachkräften abstimmen.
  • Arbeitsschutz und Umweltschutz beachten: Schutzmaßnahmen einhalten, Materialien sparsam verwenden und Abfälle sachgerecht behandeln.

Prüfungen und Abschluss

Während der Ausbildung werden die erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten entsprechend den geltenden Prüfungsregelungen überprüft. Im Baugewerbe ist die Ausbildung in der Regel in Ausbildungsabschnitte mit Zwischen- beziehungsweise Teilprüfungen und einer abschließenden Prüfung gegliedert. Die konkreten Bestandteile richten sich nach der jeweils geltenden Ausbildungsordnung und den zuständigen Prüfungsregelungen.

In den Prüfungen kommt es darauf an, berufliche Aufgaben fachgerecht zu planen, praktisch umzusetzen und die Arbeitsergebnisse zu beurteilen. Dazu gehören je nach Prüfungsbereich beispielsweise das Verstehen von Bauzeichnungen, die Auswahl geeigneter Materialien, das Ausführen von Bauarbeiten und die Einhaltung von Sicherheitsvorgaben.

Mit bestandener Abschlussprüfung erwerben Absolvent:innen den anerkannten Berufsabschluss als Maurer:in. Damit können sie in Bauunternehmen und Handwerksbetrieben arbeiten und anschließend Berufserfahrung sammeln oder sich fachlich weiterentwickeln.

Gehalt in der Ausbildung und danach

Das Gehalt Maurer (m/w/d) hängt von der Region, dem Ausbildungsbetrieb, der Tarifbindung und der konkreten Tätigkeit ab. Im Baugewerbe gelten häufig tarifliche Regelungen, die die Ausbildungsvergütung und die Entlohnung nach der Ausbildung beeinflussen können. Auch die Betriebsgröße, die Berufserfahrung und spätere Zusatzqualifikationen spielen eine Rolle.

Die Ausbildungsvergütung steigt üblicherweise mit jedem Ausbildungsjahr. Die tatsächlichen Beträge können sich je nach Tarifgebiet und geltender Vereinbarung unterscheiden. Deshalb sollten Bewerber:innen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz die Angaben des Betriebs prüfen und sich bei Bedarf bei der zuständigen Handwerkskammer oder der Gewerkschaft über die aktuell geltenden Tarifwerte informieren.

Ausbildungsvergütung

Ausbildungsjahr Monatliche Vergütung brutto
1. Jahr Ca. 1.000 bis 1.100 Euro
2. Jahr Ca. 1.200 bis 1.300 Euro
3. Jahr Ca. 1.450 bis 1.550 Euro

Die Werte sind als grobe Orientierung zu verstehen und nicht als verbindliche Vergütung für jeden Ausbildungsbetrieb. Im Baugewerbe können tarifliche Ausbildungsvergütungen deutlich von allgemeinen Richtwerten abweichen. Maßgeblich sind der konkrete Ausbildungsvertrag und die zum jeweiligen Zeitpunkt geltenden tariflichen beziehungsweise gesetzlichen Bestimmungen. Vor Beginn der Ausbildung lohnt es sich daher, die aktuellen Vergütungssätze für die jeweilige Region zu erfragen.

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

Nach bestandener Ausbildung richtet sich das Einstiegsgehalt unter anderem nach dem Tarifgebiet, der betrieblichen Vereinbarung und dem Einsatzbereich. Als grobe Orientierung kann das monatliche Bruttogehalt beim Berufseinstieg etwa 2.800 bis 3.500 Euro betragen. Der tatsächliche Verdienst kann darunter oder darüber liegen, insbesondere wenn ein Tarifvertrag gilt oder besondere Tätigkeiten übernommen werden.

Mit wachsender Berufserfahrung können sich bessere Verdienstmöglichkeiten ergeben. Auch Zusatzqualifikationen, die Übernahme von Verantwortung auf der Baustelle und eine spätere Fortbildung können die berufliche Entwicklung und damit die Bezahlung beeinflussen. Für eine realistische Einschätzung empfiehlt es sich, aktuelle regionale Stellenangebote und Entgeltinformationen für Maurer:innen heranzuziehen.

Welche Faktoren beeinflussen das Gehalt?

  • Tarifvertrag: Tarifliche Regelungen legen häufig Mindestbedingungen und Entgeltstufen fest.
  • Region: Die Vergütung kann sich zwischen Bundesländern und Tarifgebieten unterscheiden.
  • Berufserfahrung: Erfahrene Fachkräfte können anspruchsvollere Arbeiten übernehmen und bessere Verdienstmöglichkeiten erreichen.
  • Unternehmensgröße: Größere Bauunternehmen können andere Vergütungsstrukturen und Entwicklungsmöglichkeiten bieten als kleinere Betriebe.
  • Aufgabenbereich: Spezialisierte Tätigkeiten oder zusätzliche Verantwortung können sich auf die Bezahlung auswirken.
  • Weiterbildung: Zusätzliche Qualifikationen und Fortbildungsabschlüsse können den Zugang zu höher eingestuften Tätigkeiten erleichtern.

Karriere und Zukunft

Nach der Ausbildung stehen Maurer:innen verschiedene berufliche Wege offen. Viele arbeiten zunächst als Fachkräfte auf Baustellen und sammeln Erfahrung im Neubau, Rohbau oder in der Sanierung. Mit der Zeit können sie anspruchsvollere Arbeiten übernehmen, sich auf bestimmte Bauweisen spezialisieren oder Verantwortung für Arbeitsgruppen und Baustellenabläufe übernehmen.

Das Baugewerbe entwickelt sich laufend weiter. Energieeffizientes Bauen, die Sanierung bestehender Gebäude, moderne Baustoffe und digitale Planungsmethoden verändern die Anforderungen an Fachkräfte. Wer bereit ist, neue Verfahren zu lernen und sich mit technischen Entwicklungen auseinanderzusetzen, kann seine Einsatzmöglichkeiten verbessern.

Weiterbildungsmöglichkeiten

  • Vorarbeiter:in im Baugewerbe: Mit entsprechender Erfahrung und Qualifikation können Fachkräfte Aufgaben bei der Organisation und Koordination von Arbeitsabläufen übernehmen.
  • Werkpolier:in: Diese Fortbildung kann auf weiterführende Aufgaben bei der Anleitung von Beschäftigten und der Organisation von Bauarbeiten vorbereiten.
  • Maurer- und Betonbauermeister:in: Die Meisterqualifikation erweitert fachliche und betriebliche Kenntnisse und kann den Weg in Führungsaufgaben oder in die Selbstständigkeit eröffnen.
  • Bautechniker:in: Eine Weiterbildung im bautechnischen Bereich kann zusätzliche Tätigkeiten in Planung, Arbeitsvorbereitung oder Bauüberwachung ermöglichen, sofern die Zugangsvoraussetzungen erfüllt sind.
  • Spezialisierung auf Sanierung: Kenntnisse zu Instandsetzung, Modernisierung und dem Umgang mit bestehender Bausubstanz können das berufliche Profil erweitern.
  • Qualifikationen für Arbeitsschutz und Baustellenorganisation: Zusätzliche Schulungen können je nach Aufgabe helfen, Sicherheits- und Koordinationsaufgaben zu übernehmen.
  • Betriebsführung und Selbstständigkeit: Mit passenden fachlichen, kaufmännischen und rechtlichen Kenntnissen kann langfristig auch die Leitung eines Betriebs infrage kommen. Für zulassungspflichtige Handwerke sind die jeweils geltenden rechtlichen Anforderungen zu beachten.

Studium nach der Ausbildung

Wer sich nach der Ausbildung akademisch weiterentwickeln möchte, kann je nach Schulabschluss, Berufserfahrung und den geltenden Zugangsregelungen ein Studium in Betracht ziehen. Fachlich passende Studiengänge sind beispielsweise Bauingenieurwesen, Baumanagement oder verwandte bautechnische Fachrichtungen. Welche Zugangsmöglichkeiten bestehen, hängt von der Hochschule und den persönlichen Voraussetzungen ab.

Ein Studium ist für eine erfolgreiche Laufbahn im Maurerhandwerk nicht zwingend notwendig. Auch berufliche Fortbildungen und praktische Erfahrung können den Weg zu verantwortungsvolleren Tätigkeiten ebnen. Vor einer Entscheidung sollten Interessierte prüfen, welche Qualifikation für ihr gewünschtes Berufsziel tatsächlich erforderlich ist.

Digitalisierung und Zukunftsaussichten

Digitale Baupläne, mobile Dokumentation und moderne Vermessungsgeräte gehören zunehmend zum Baualltag. Auch wenn viele Tätigkeiten weiterhin handwerkliches Können erfordern, müssen Fachkräfte technische Informationen sicher erfassen und mit digitalen Arbeitsmitteln umgehen können. Auf manchen Baustellen werden zudem vorgefertigte Bauteile und moderne Verfahren eingesetzt, die Arbeitsabläufe verändern.

Ein weiterer wichtiger Bereich ist die energetische Modernisierung von Gebäuden. Maßnahmen zur Verbesserung der Gebäudehülle, zur Behebung von Feuchtigkeitsschäden und zur Instandsetzung bestehender Bausubstanz erfordern qualifizierte Fachkräfte. Maurer:innen können mit ihrem Wissen über Baustoffe und Baukonstruktionen an solchen Projekten beteiligt sein.

Die langfristigen Beschäftigungsmöglichkeiten hängen von der wirtschaftlichen Entwicklung, der regionalen Bautätigkeit und dem Bedarf an Neubau und Sanierung ab. Eine sichere Beschäftigung kann nicht garantiert werden. Solide handwerkliche Fähigkeiten, Zuverlässigkeit und die Bereitschaft zur Weiterbildung sind jedoch wichtige Voraussetzungen, um auf Veränderungen im Baugewerbe reagieren zu können.

Passt der Beruf zu dir?

Die Ausbildung Maurer (m/w/d) passt zu Schüler:innen, die gern praktisch arbeiten, sich für Gebäude und Baustoffe interessieren und Freude daran haben, sichtbare Ergebnisse zu schaffen. Wichtig sind handwerkliches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen, Sorgfalt und die Bereitschaft, im Team zu arbeiten. Auch die körperlichen Anforderungen und die wechselnden Bedingungen auf Baustellen sollten bei der Berufswahl berücksichtigt werden.

Ein Praktikum in einem Bauunternehmen ist eine gute Möglichkeit, den Beruf vorab kennenzulernen. Dabei lässt sich herausfinden, ob die Arbeit mit Werkzeugen und Materialien, die Abläufe auf der Baustelle und die Zusammenarbeit im Team den eigenen Vorstellungen entsprechen. Wer sich für den Beruf entscheidet, erhält eine praxisorientierte Ausbildung mit verschiedenen Möglichkeiten zur Spezialisierung und Weiterbildung.

Mit einer abgeschlossenen Ausbildung, Berufserfahrung und gezielten Fortbildungen können Maurer:innen ihre Kenntnisse vertiefen und sich beruflich weiterentwickeln. Der Beruf bietet einen direkten Einstieg in das Bauhandwerk und vermittelt Fähigkeiten, die bei Neubau, Umbau und Sanierung von Gebäuden gefragt sind.

Aktualisierung der Ausbildungsvergütung

Für eine aktuelle Fassung des Berufsprofils sollten die allgemeinen Schätzwerte in der Tabelle oben durch die konkreten Tarifwerte ersetzt werden. Nach Angaben mehrerer Handwerkskammern beträgt die tarifliche monatliche Ausbildungsvergütung im Baugewerbe ab dem 1. April 2026:

Ausbildungsjahr Monatliche Vergütung brutto
1. Jahr 1.122 Euro
2. Jahr 1.351 Euro
3. Jahr 1.610 Euro

Diese Beträge gelten für die entsprechende tarifliche Regelung und sind nicht automatisch auf jeden Ausbildungsbetrieb übertragbar. Die zuständige Handwerkskammer oder der Ausbildungsbetrieb kann Auskunft darüber geben, welche Vergütung im konkreten Ausbildungsverhältnis gilt. Die Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre. Zudem ist zu beachten, dass die modernisierten Ausbildungsordnungen für Bauwirtschaftsberufe zum 1. August 2026 in Kraft getreten sind; für eine Veröffentlichung sollte daher die aktuelle Ausbildungsordnung zugrunde gelegt werden.

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