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Ausbildung als Altenpflegehelfer/-in: Aufgaben, Gehalt und Karriere

Die Ausbildung als Altenpflegehelfer/-in bereitet auf die Unterstützung älterer Menschen im Alltag und in der Pflege vor. Altenpflegehelfer/-innen arbeiten dabei eng mit Pflegefachkräften zusammen und übernehmen unter deren Anleitung wichtige Aufgaben bei der Betreuung, Versorgung und Pflege. Zum Berufsalltag gehören beispielsweise die Unterstützung bei der Körperpflege, beim Essen und bei der Mobilität sowie die Begleitung älterer Menschen im Alltag.

Die Ausbildung ist eine landesrechtlich geregelte schulische Ausbildung und unterscheidet sich deshalb in Dauer, Zugangsvoraussetzungen und Bezeichnung je nach Bundesland. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit dauert sie in Vollzeit je nach Landesrecht in der Regel ein bis zwei Jahre. Die Ausbildung schließt mit einer staatlichen Prüfung ab.

Für die Zukunft des Berufs ist außerdem eine wichtige Änderung zu beachten: Zum 1. Januar 2027 tritt eine bundesweit geregelte Ausbildung zur Pflegefachassistenz in Kraft. Sie soll bisherige landesrechtliche Pflegehilfe- und Pflegeassistenzausbildungen wie die Ausbildung zum:zur Altenpflegehelfer/-in schrittweise ablösen. Für bereits begonnene landesrechtliche Ausbildungen gelten Übergangsregelungen.

Berufsbild: Was macht man als Altenpflegehelfer/-in?

Altenpflegehelfer/-innen unterstützen ältere Menschen, die aufgrund ihres Alters, einer Erkrankung oder einer Behinderung Hilfe im täglichen Leben benötigen. Dabei geht es nicht nur um pflegerische Tätigkeiten. Auch die soziale Betreuung, die Unterstützung bei der selbstständigen Lebensführung und die Kommunikation mit den zu betreuenden Menschen gehören zum Berufsbild.

Die konkreten Aufgaben richten sich nach dem jeweiligen Einsatzort und den rechtlichen Vorgaben des Bundeslandes. Altenpflegehelfer/-innen arbeiten grundsätzlich im Team mit Pflegefachkräften. Sie führen übertragene pflegerische Aufgaben aus und beobachten den Zustand der betreuten Menschen. Veränderungen geben sie an die zuständigen Pflegefachkräfte weiter.

Auch die Dokumentation spielt eine wichtige Rolle. Durch die sorgfältige Dokumentation wird festgehalten, welche pflegerischen Maßnahmen durchgeführt wurden und welche Beobachtungen im Pflegealltag gemacht wurden. Typische Tätigkeiten sind außerdem die Unterstützung bei der Körperpflege, beim Essen, bei der Mobilität sowie bei Arztbesuchen oder Behördengängen.

Typische Aufgaben

  • ältere Menschen bei der Körperpflege unterstützen
  • beim An- und Auskleiden helfen
  • Unterstützung beim Essen und Trinken leisten
  • bei der Mobilität und beim Aufstehen unterstützen
  • Hilfsmittel wie Rollatoren oder Aufstehhilfen einsetzen
  • ältere Menschen im Alltag begleiten
  • bei Arztbesuchen oder Behördengängen unterstützen
  • Beobachtungen zum Gesundheitszustand an Pflegefachkräfte weitergeben
  • übertragene pflegerische Maßnahmen durchführen
  • bei der Medikamentengabe nach den jeweiligen Vorgaben und unter Anleitung mitwirken
  • pflegerische Tätigkeiten dokumentieren
  • bei Beschäftigungs- und Aktivierungsangeboten mitwirken
  • ältere Menschen zu Bewegung und Selbstständigkeit motivieren
  • bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten im jeweiligen Arbeitsbereich unterstützen
  • mit Pflegefachkräften, Angehörigen und weiteren Berufsgruppen zusammenarbeiten

Arbeitsorte und Branchen

  • stationäre Pflegeeinrichtungen und Seniorenheime
  • ambulante Pflegedienste
  • Einrichtungen der Tagespflege
  • Wohn- und Betreuungsangebote für ältere Menschen
  • Einrichtungen der Kurzzeitpflege
  • Hospiz- und Palliativeinrichtungen, soweit entsprechende Einsatzmöglichkeiten bestehen
  • Einrichtungen für Menschen mit Unterstützungs- und Pflegebedarf
  • private und gemeinnützige Pflegeeinrichtungen
  • kommunale und kirchliche Träger

Der konkrete Arbeitsalltag hängt stark vom Einsatzbereich ab. In einer stationären Einrichtung verbringen Altenpflegehelfer/-innen einen großen Teil ihrer Arbeitszeit mit den Bewohner/-innen. In der ambulanten Pflege fahren sie dagegen zu verschiedenen Menschen nach Hause. Schicht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit kann zum Berufsalltag gehören, weil pflegerische Versorgung rund um die Uhr notwendig sein kann.

Voraussetzungen für die Ausbildung

Da die Ausbildung zum:zur Altenpflegehelfer/-in landesrechtlich geregelt ist, gibt es keine bundesweit einheitlichen Voraussetzungen. In vielen Bundesländern wird mindestens ein Hauptschulabschluss beziehungsweise ein gleichwertiger Bildungsabschluss verlangt. Je nach Bundesland können zusätzlich ein ärztlicher Nachweis über die gesundheitliche Eignung, ein Führungszeugnis oder weitere Anforderungen erforderlich sein.

Wer sich für die Ausbildung interessiert, sollte deshalb immer die Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes und der konkreten Berufsfachschule prüfen. In Sachsen beispielsweise ist für die Ausbildung in der Berufsfachschule für Pflegehilfe mindestens ein Hauptschulabschluss oder gleichwertiger Bildungsabschluss sowie ein Nachweis über die gesundheitliche Eignung vorgesehen.

Wichtige Fähigkeiten und Interessen

  • Freude an der Arbeit mit älteren Menschen
  • Einfühlungsvermögen und Geduld
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Zuverlässigkeit
  • körperliche und psychische Belastbarkeit
  • Teamfähigkeit
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Beobachtungsgenauigkeit
  • Sorgfalt bei der Dokumentation
  • Respekt vor der Selbstbestimmung und Würde anderer Menschen
  • Bereitschaft zu Schicht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten
  • Interesse an Pflege, Gesundheit und sozialen Themen

Hilfreiche Schulfächer

  • Biologie: Grundkenntnisse über den menschlichen Körper und gesundheitliche Zusammenhänge können beim Verständnis pflegerischer Inhalte helfen.
  • Deutsch: Gute Sprachkenntnisse sind für Gespräche mit älteren Menschen, die Dokumentation und die Zusammenarbeit im Team wichtig.
  • Ethik: Themen wie Menschenwürde, Selbstbestimmung und Verantwortung spielen in der Pflege eine wichtige Rolle.
  • Sozialkunde: Kenntnisse über gesellschaftliche Zusammenhänge können beim Verständnis des sozialen Umfelds älterer Menschen hilfreich sein.
  • Sport: Ein gutes Körperbewusstsein und grundlegende Kenntnisse über Bewegung können im pflegerischen Alltag von Vorteil sein.

Ausbildungsinfos

Die Ausbildung zum:zur Altenpflegehelfer/-in ist keine klassische duale Berufsausbildung nach Berufsbildungsgesetz oder Handwerksordnung. Sie findet als schulische Ausbildung an einer Berufsfachschule statt und wird durch praktische Ausbildungsphasen ergänzt. Die genaue Organisation unterscheidet sich zwischen den Bundesländern.

Nach der Ausbildung wird eine staatliche Abschlussprüfung abgelegt. Mit dem erfolgreichen Abschluss darf je nach Landesrecht die entsprechende staatlich anerkannte Berufsbezeichnung geführt werden. Die Bundesagentur für Arbeit weist darauf hin, dass die landesrechtliche Ausbildung ab 2027 schrittweise durch die bundesweit geregelte Pflegefachassistenzausbildung ersetzt wird.

Dauer und Ablauf der Ausbildung

Die Ausbildungsdauer beträgt laut BERUFENET in Vollzeit je nach Landesrecht ein bis zwei Jahre. In Teilzeit kann sich die Ausbildungszeit auf etwa eineinhalb bis vier Jahre verlängern. Die Ausbildung besteht aus theoretischem und praktischem Unterricht sowie berufspraktischen Ausbildungsabschnitten.

Im Unterricht erwerben die Auszubildenden grundlegendes Wissen über Pflege, Gesundheit, Kommunikation und den Umgang mit älteren Menschen. In den Praxisphasen wenden sie dieses Wissen in einer Pflegeeinrichtung oder einem anderen geeigneten Einsatzbereich an.

Die genaue Struktur ist vom jeweiligen Bundesland abhängig. In Sachsen dauert die Ausbildung an der Berufsfachschule für Pflegehilfe grundsätzlich zwei Jahre. Sie vermittelt unter anderem Kompetenzen für die Grundpflege und die Assistenz von Pflegefachkräften bei spezifischen Pflegekonzepten und der Behandlungspflege.

Was lernt man in der Ausbildung?

  • Grundlagen der Pflege und Betreuung
  • Unterstützung bei der Körperpflege
  • Unterstützung bei Ernährung und Flüssigkeitsaufnahme
  • Mobilisation und Bewegung
  • Beobachtung des Gesundheitszustands
  • Grundlagen von Krankheiten und altersbedingten Veränderungen
  • Hygiene und Infektionsschutz
  • Kommunikation mit älteren Menschen
  • Umgang mit Menschen mit Unterstützungs- und Pflegebedarf
  • Grundlagen der Pflegedokumentation
  • rechtliche und berufliche Grundlagen
  • Zusammenarbeit mit Pflegefachkräften und anderen Berufsgruppen
  • Unterstützung bei Aktivierung und Beschäftigung
  • Verhalten in Notfallsituationen
  • Grundlagen der Qualitätssicherung in der Pflege

Gehalt in der Ausbildung und danach

Das Gehalt als Altenpflegehelfer/-in lässt sich während der Ausbildung nicht mit einem bundesweit einheitlichen Betrag angeben. Da es sich um eine schulische, landesrechtlich geregelte Ausbildung handelt, hängt eine mögliche Vergütung insbesondere vom Bundesland, vom praktischen Ausbildungsträger und von dessen tariflichen oder vertraglichen Regelungen ab. Bei schulischen Ausbildungen kann es außerdem Unterschiede bei möglichen Kosten und Förderungen geben.

Nach der Ausbildung hängt das Einkommen unter anderem von Berufserfahrung, Arbeitsort, Träger, Tarifvertrag und Einsatzbereich ab. Die Bundesagentur für Arbeit weist im Entgeltatlas für Altenpflegehelfer/-innen ein mittleres monatliches Bruttoentgelt von 3.335 Euro für Vollzeitbeschäftigte in Deutschland aus. Das untere Quartil liegt bei 2.989 Euro, das obere Quartil bei 3.731 Euro. Die Werte beziehen sich auf den Datenstand 2025 und sind keine garantierten Einstiegsgehälter.

Ausbildungsvergütung

Ausbildungsjahr Vergütung
1. Jahr Keine bundesweit einheitliche Vergütung; abhängig von Bundesland, Ausbildungsmodell und Träger
2. Jahr Keine bundesweit einheitliche Vergütung; abhängig von Bundesland, Ausbildungsmodell und Träger
3. Jahr In der Regel nicht vorgesehen, da die Ausbildung meist ein bis zwei Jahre dauert

Auch beim späteren Einkommen gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Einsatzbereichen. In einer Auswertung der Bundesagentur für Arbeit lagen die Medianentgelte für Pflegehelfer/-innen im Jahr 2024 bei 3.528 Euro in Krankenhäusern und Kliniken, 3.140 Euro in stationären Pflegeeinrichtungen und 3.021 Euro in der ambulanten Pflege. Diese Werte beziehen sich auf Pflegehelfer/-innen insgesamt und nicht ausschließlich auf Altenpflegehelfer/-innen.

Karriere und Zukunft

Die Ausbildung kann ein Einstieg in verschiedene Tätigkeiten der Pflege und Betreuung sein. Besonders interessant ist sie für Menschen, die zunächst eine kürzere Qualifikation erwerben und anschließend weitere Verantwortung übernehmen möchten.

Eine wichtige Perspektive ist der Übergang in eine weiterführende Pflegeausbildung. Je nach Bundesland und individueller Vorbildung können bereits erworbene Kenntnisse und Ausbildungszeiten auf eine weiterführende Ausbildung angerechnet werden. Die konkreten Anrechnungsmöglichkeiten müssen jeweils mit der zuständigen Schule und dem jeweiligen Landesrecht geklärt werden.

Ab 2027 wird die berufliche Pflegehilfe durch die bundesweit geregelte Ausbildung zur Pflegefachassistenz neu strukturiert. Das neue Berufsbild ist generalistisch ausgerichtet und soll die bisherigen unterschiedlichen landesrechtlichen Pflegehilfe- und Pflegeassistenzausbildungen ersetzen. Die neue Ausbildung dauert grundsätzlich 18 Monate; für bestehende Ausbildungsverhältnisse gelten Übergangsregelungen.

Weiterbildungsmöglichkeiten

  • Ausbildung zum:zur Pflegefachmann/-frau
  • Übergang in die neue Ausbildung zur Pflegefachassistenz nach den jeweils geltenden Regelungen
  • Weiterbildungen in der Betreuung und Alltagsbegleitung
  • Qualifikationen für bestimmte Einsatzbereiche der Pflege
  • Fortbildungen zu Demenz und gerontopsychiatrischen Themen
  • Fortbildungen im Bereich Palliativpflege
  • Weiterbildungen zu Hygiene und Qualitätsmanagement
  • Fortbildungen im Umgang mit digitalen Pflegedokumentationssystemen

Auch die Digitalisierung verändert die Arbeit in der Pflege. Elektronische Pflegedokumentation, digitale Assistenzsysteme und sogenannte Ambient-Assisted-Living-Technologien können künftig stärker zum Arbeitsalltag gehören. Beschäftigte müssen sich deshalb zunehmend mit digitalen Dokumentations- und Unterstützungssystemen auseinandersetzen.

Passt der Beruf zu dir?

Die Ausbildung als Altenpflegehelfer/-in passt besonders zu Schüler/-innen, die gerne mit Menschen arbeiten, Verantwortung übernehmen und ältere Menschen im Alltag unterstützen möchten. Empathie, Geduld, Zuverlässigkeit und körperliche Belastbarkeit sind für den Beruf ebenso wichtig wie die Bereitschaft, im Team zu arbeiten.

Wer einen direkten Einstieg in die Pflege sucht und eine vergleichsweise kurze Ausbildung absolvieren möchte, kann mit der Altenpflegehilfe eine passende berufliche Perspektive finden. Gleichzeitig sollte bedacht werden, dass Pflege körperlich und emotional fordernd sein kann und häufig Schicht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit beinhaltet.

Wer langfristig als Pflegefachkraft arbeiten und umfangreichere eigenverantwortliche Aufgaben übernehmen möchte, sollte sich zusätzlich über eine weiterführende Pflegefachausbildung informieren. Aufgrund der bundesweiten Neuregelung ab 2027 ist es außerdem sinnvoll, bei der Wahl einer Ausbildung genau auf die aktuelle Berufsbezeichnung und die Regelungen des jeweiligen Bundeslandes zu achten.

Angebotene Ausbildungen

Derzeit sind keine Ausbildungsplätze verfügbar