Duales Studium Angewandte Geodäsie und Geoinformatik Bachelor of Engineering (m/w/d): Ablauf, Gehalt und Karriere

Das duale Studium Angewandte Geodäsie und Geoinformatik Bachelor of Engineering (m/w/d) verbindet ein technisch-naturwissenschaftliches Hochschulstudium mit praktischer Berufserfahrung. Im Mittelpunkt stehen die Erfassung, Verarbeitung, Analyse und Visualisierung raumbezogener Daten. Studierende beschäftigen sich unter anderem mit Vermessung, Geoinformationssystemen, Fernerkundung, Photogrammetrie und digitalen Karten.

Das Studium eignet sich besonders für Schüler/-innen, die sich für Mathematik, Technik, Informatik und geografische Zusammenhänge interessieren und gleichzeitig nicht ausschließlich theoretisch studieren möchten. Je nach Hochschule und Praxispartner wechseln sich Hochschulphasen mit praktischen Tätigkeiten in Unternehmen, Behörden oder anderen Einrichtungen ab. Der Bachelor of Engineering eröffnet anschließend Einsatzmöglichkeiten unter anderem in der Vermessung, Geoinformatik, Planung, Verwaltung, Infrastruktur und Umweltüberwachung.

Die Bundesagentur für Arbeit führt Angewandte Geodäsie und Geoinformatik als Studiengangsbezeichnung innerhalb des Studienfelds Vermessungstechnik. Duales Studium ist in diesem Fachbereich möglich. Ein konkretes duales Angebot ist beispielsweise der duale Bachelorstudiengang Vermessung und Geoinformatik an der Hochschule Anhalt mit sieben Semestern und 240 Credit Points.

Studien- und Berufsbild

Geodäsie beschäftigt sich mit der Vermessung und Beschreibung der Erde sowie von Grundstücken, Bauwerken und anderen Objekten. Die Geoinformatik ergänzt diesen Bereich um die digitale Verarbeitung und Nutzung raumbezogener Informationen. Dadurch entstehen Anwendungen, die beispielsweise für Stadtplanung, Infrastrukturprojekte, Umweltmonitoring, Navigation oder Grundstücksverwaltung benötigt werden.

Im dualen Studium lernen Studierende, wie Messdaten mit modernen technischen Verfahren erfasst und anschließend digital verarbeitet werden. Dazu gehören beispielsweise satellitengestützte Messverfahren, Laserscanning, photogrammetrische Verfahren und die Arbeit mit Geoinformationssystemen. Auch die Visualisierung von Geodaten in Karten, Plänen und dreidimensionalen Darstellungen gehört zum Fachgebiet.

Beim dualen Modell kommt die praktische Tätigkeit bei einem Praxispartner hinzu. Studierende schließen zusätzlich zur Immatrikulation einen Arbeits- oder Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen oder einer Institution ab. Während der Hochschulphasen findet die theoretische Ausbildung statt, während in den Praxisphasen berufliche Erfahrungen gesammelt werden. Die konkrete Organisation unterscheidet sich je nach Hochschule und Studienmodell.

Typische Aufgaben im Unternehmen

  • Vermessungsdaten mit modernen Messinstrumenten erfassen
  • raumbezogene Daten aufbereiten und analysieren
  • Geoinformationssysteme anwenden und weiterentwickeln
  • digitale Karten und Lagepläne erstellen
  • 3D-Modelle und dreidimensionale Visualisierungen entwickeln
  • Satelliten- und Luftbilder auswerten
  • photogrammetrische Verfahren einsetzen
  • Laserscanning und weitere moderne Vermessungsverfahren anwenden
  • Vermessungen für Bau- und Infrastrukturprojekte durchführen
  • Geodatenbanken pflegen und verwalten
  • Geodateninfrastrukturen konzipieren und betreiben
  • bei Flächenmanagement und Grundstücksfragen mitarbeiten
  • Standortanalysen durchführen
  • Mess- und Auswertungsergebnisse dokumentieren
  • an digitalen Planungs- und Entwicklungsprojekten mitarbeiten

Branchen und Einsatzbereiche

  • Vermessungs- und Ingenieurbüros
  • Geoinformations- und GIS-Unternehmen
  • Bau- und Infrastrukturunternehmen
  • Verkehrsunternehmen und Infrastrukturbetreiber
  • öffentliche Verwaltungen und Vermessungsämter
  • Kataster- und Liegenschaftswesen
  • Stadt- und Raumplanung
  • Landmanagement und Bodenordnung
  • Umweltüberwachung und Naturschutz
  • Fernerkundung und Photogrammetrie
  • Versorgungsunternehmen
  • Unternehmen aus den Bereichen Mobilität und Logistik
  • Geodaten- und Softwareentwicklung
  • Forschungs- und Bildungseinrichtungen

Voraussetzungen

Für ein duales Studium Angewandte Geodäsie und Geoinformatik Bachelor of Engineering (m/w/d) wird grundsätzlich eine Hochschulzugangsberechtigung benötigt. Dazu gehören insbesondere die allgemeine Hochschulreife oder die Fachhochschulreife. Zusätzlich ist bei einem dualen Studienmodell in der Regel ein Vertrag mit einem Praxispartner erforderlich.

Neben den formalen Voraussetzungen spielen persönliche Interessen eine wichtige Rolle. Das Studium enthält mathematische, technische und informationstechnische Inhalte. Gleichzeitig sind Genauigkeit und räumliches Vorstellungsvermögen gefragt. Wer gerne mit digitalen Karten arbeitet, technische Messverfahren interessant findet und mathematische Probleme praktisch lösen möchte, bringt gute Voraussetzungen mit.

Wichtige Fähigkeiten und Interessen

  • Interesse an Mathematik und technischen Zusammenhängen
  • Interesse an Geografie und räumlichen Fragestellungen
  • Interesse an Informatik und digitalen Technologien
  • gutes räumliches Vorstellungsvermögen
  • analytisches und logisches Denken
  • sorgfältige und genaue Arbeitsweise
  • Interesse an Karten, Geodaten und digitalen Modellen
  • technisches Verständnis
  • Grundkenntnisse im Umgang mit Computern
  • Teamfähigkeit
  • selbstständiges Arbeiten
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Interesse an praktischer Arbeit im Freien und im Büro
  • Bereitschaft, sich mit komplexer Software auseinanderzusetzen

Hilfreiche Schulfächer

  • Mathematik: Mathematische Grundlagen werden unter anderem für Vermessung, Berechnungen und die Auswertung von Messdaten benötigt.
  • Informatik: Kenntnisse über Software, Datenverarbeitung und Programmierung können den Einstieg in geoinformatische Themen erleichtern.
  • Geografie: Räumliche Zusammenhänge und geografische Daten bilden eine wichtige Grundlage des Studienfachs.
  • Physik: Physikalische Grundlagen helfen beim Verständnis technischer Messverfahren und Sensoren.
  • Deutsch: Gute Sprachkenntnisse sind für Dokumentationen, Präsentationen und die Zusammenarbeit mit Kund/-innen und Kolleg/-innen wichtig.
  • Englisch: Englischkenntnisse können beim Umgang mit Fachliteratur, Software und internationalen Fachbegriffen hilfreich sein.

Ablauf und Dauer

Das duale Studium Angewandte Geodäsie und Geoinformatik Bachelor of Engineering (m/w/d) dauert je nach Hochschule und Studienmodell in der Regel etwa sieben Semester. Das duale Studium Vermessung und Geoinformatik an der Hochschule Anhalt umfasst beispielsweise sieben Semester und 240 Credit Points und schließt mit dem Bachelor of Engineering ab.

Die Besonderheit des dualen Studiums liegt in der Verbindung von Hochschulunterricht und praktischer Tätigkeit. Studierende sind gleichzeitig an einer Hochschule eingeschrieben und bei einem Praxispartner beschäftigt. Dadurch können sie die im Studium erworbenen Kenntnisse direkt im beruflichen Umfeld anwenden.

So läuft das duale Studium ab

In den ersten Semestern stehen zunächst mathematisch-naturwissenschaftliche und technische Grundlagen im Mittelpunkt. Dazu kommen Grundlagen der Informationstechnologie sowie Methoden zur Erfassung und Verarbeitung von Geodaten. Später können je nach Studienangebot fachliche Schwerpunkte gewählt werden.

Je nach Hochschule können Studierende beispielsweise Kenntnisse in Geodatenerfassung und -analyse, Ingenieurgeodäsie, Auswertetechnik, Photogrammetrie und Fernerkundung, Flächenmanagement oder Geoinformatik vertiefen. Ein Praxissemester beziehungsweise längere Praxisphasen sowie die Bachelorarbeit bilden den Abschluss des Studiums.

Die praktische Tätigkeit findet beim jeweiligen Praxispartner statt. Dort können Studierende beispielsweise an Vermessungsprojekten, GIS-Anwendungen, Infrastrukturvorhaben oder der Verarbeitung von Geodaten mitarbeiten. Die konkreten Aufgaben hängen vom Unternehmen oder der Institution ab.

Was lernt man im dualen Studium?

  • Grundlagen der Geodäsie und Vermessung
  • mathematische und naturwissenschaftliche Grundlagen
  • Erfassung und Verarbeitung von Geodaten
  • Geoinformationssysteme und GIS-Anwendungen
  • Geodatenbanken und Geodateninfrastrukturen
  • Ingenieurvermessung
  • Liegenschaftswesen
  • Bodenordnung und Grundstückswertermittlung
  • Photogrammetrie und Fernerkundung
  • Auswertung von Luft- und Satellitenbildern
  • digitale Bildverarbeitung
  • Geodatenvisualisierung
  • 3D-Modelle und digitale Darstellungen
  • Software- und Anwendungsentwicklung für Geoinformationssysteme
  • Projektmanagement und Präsentationstechniken
  • wissenschaftliche Arbeitsmethoden

Gehalt und Vorteile

Das Gehalt im dualen Studium Angewandte Geodäsie und Geoinformatik Bachelor of Engineering (m/w/d) hängt vor allem vom Praxispartner, vom Arbeits- oder Tarifvertrag und vom jeweiligen Studienmodell ab. Anders als bei klassischen Vollzeitstudiengängen erhalten dual Studierende häufig eine monatliche Vergütung vom Praxispartner. Einen bundesweit einheitlichen Vergütungssatz für den Studiengang gibt es jedoch nicht.

Die Höhe kann insbesondere bei öffentlichen Arbeitgebern tariflich geregelt sein. Bei Unternehmen hängt sie unter anderem von Branche, Unternehmensgröße und Standort ab. Deshalb sollten Bewerber/-innen die Angaben des jeweiligen Praxispartners prüfen und darauf achten, ob neben der Vergütung weitere Leistungen wie Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Fahrtkostenzuschüsse oder die Übernahme von Studienkosten vorgesehen sind.

Vergütung im dualen Studium

Studienjahr Vergütung
1. Jahr Abhängig vom Praxispartner und Arbeits- oder Tarifvertrag
2. Jahr Abhängig vom Praxispartner und Arbeits- oder Tarifvertrag
3. Jahr Abhängig vom Praxispartner und Arbeits- oder Tarifvertrag

Ein weiterer Vorteil des dualen Studiums ist die frühe Berufserfahrung. Studierende sammeln bereits während des Studiums praktische Kenntnisse, lernen betriebliche Abläufe kennen und können berufliche Kontakte aufbauen. Das kann den Einstieg in eine Tätigkeit nach dem Bachelor erleichtern.

Karriere und Zukunft

Die Karriere nach einem dualen Studium Angewandte Geodäsie und Geoinformatik Bachelor of Engineering (m/w/d) kann in unterschiedliche Richtungen führen. Geodaten werden in zahlreichen Bereichen benötigt, beispielsweise für Infrastruktur, Stadtentwicklung, Grundstücksverwaltung, Umweltmonitoring und digitale Planung. Durch die zunehmende Digitalisierung entstehen außerdem neue Anwendungen für 3D-Daten, automatisierte Datenerfassung, digitale Zwillinge und Geoinformationssysteme.

Absolvent/-innen können sowohl in der Privatwirtschaft als auch bei Behörden und anderen öffentlichen Einrichtungen tätig werden. Mögliche Tätigkeiten reichen von der klassischen Vermessung über GIS und Geodatenanalyse bis hin zu Projektmanagement und Softwareentwicklung.

Die langfristigen Möglichkeiten hängen unter anderem von der Spezialisierung während des Studiums und den Erfahrungen beim Praxispartner ab. Wer beispielsweise vertiefte Kenntnisse in Geoinformatik, Fernerkundung, Photogrammetrie oder Ingenieurvermessung erwirbt, kann sich gezielt für entsprechende Tätigkeitsfelder qualifizieren.

Karrierechancen nach dem Studium

  • Ingenieur/-in für Vermessung und Geodäsie
  • Geoinformatiker/-in
  • Vermessungsingenieur/-in
  • GIS-Spezialist/-in
  • Fachkraft für Geodatenmanagement
  • Ingenieur/-in für Ingenieurvermessung
  • Fachkraft für Fernerkundung und Photogrammetrie
  • Mitarbeiter/-in im Liegenschafts- und Katasterwesen
  • Fachkraft für Flächen- und Landmanagement
  • Projektmitarbeiter/-in in Infrastruktur- und Bauprojekten
  • Geodatenanalyst/-in
  • Fachkraft für Geodateninfrastrukturen
  • Softwareentwickler/-in für Geoinformationssysteme
  • Mitarbeiter/-in in Stadt- und Raumplanung
  • Mitarbeiter/-in in Umweltmonitoring und Naturschutz

Nach dem Bachelor besteht außerdem die Möglichkeit, ein Masterstudium anzuschließen. Ein weiterführendes Masterstudium kann die fachlichen Kenntnisse in Vermessung, Geoinformatik, Geodatenerfassung, Datenbanken, Planungswesen und Geoinformationssystemen vertiefen.

Auch eine wissenschaftliche Laufbahn kann nach einem entsprechenden Masterabschluss möglich sein. Für bestimmte Tätigkeiten im öffentlichen Dienst können darüber hinaus zusätzliche Qualifikationen oder Laufbahnvoraussetzungen erforderlich sein.

Passt das duale Studium zu dir?

Das duale Studium Angewandte Geodäsie und Geoinformatik Bachelor of Engineering (m/w/d) passt zu Schüler/-innen, die sich für Mathematik, Technik, Informatik und geografische Zusammenhänge interessieren und Theorie gerne praktisch anwenden. Ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen, Genauigkeit und analytisches Denken sind wichtige Voraussetzungen für das Studium.

Besonders geeignet ist das Studienmodell für Schüler/-innen, die früh Berufserfahrung sammeln und gleichzeitig einen akademischen Abschluss erwerben möchten. Die Kombination aus Hochschulunterricht und praktischer Tätigkeit erfordert allerdings auch Organisation, Eigenständigkeit und Belastbarkeit.

Wer sich für digitale Karten, Vermessungstechnik, Geoinformationssysteme und die Analyse räumlicher Daten interessiert, findet in der Geodäsie und Geoinformatik ein vielseitiges technisches Fachgebiet. Der Bachelor of Engineering bietet anschließend verschiedene berufliche Perspektiven in der Privatwirtschaft, bei Behörden und in technisch orientierten Planungs- und Infrastrukturprojekten.

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