Ausbildung als Industriekaufmann:frau mit Zusatzqualifikation Internationales Wirtschaftsmanagement mit Fremdsprachen (m/w/d):

Aufgaben, Gehalt und Karriere

Du interessierst dich für wirtschaftliche Zusammenhänge, internationale Märkte und Fremdsprachen? Du möchtest kaufmännische Aufgaben übernehmen und später vielleicht in einem Unternehmen mit internationalen Geschäftspartner:innen arbeiten? Dann könnte die Ausbildung als Industriekaufmann:frau mit der Zusatzqualifikation Internationales Wirtschaftsmanagement mit Fremdsprachen zu dir passen. Sie verbindet eine anerkannte kaufmännische Berufsausbildung mit zusätzlichen Kenntnissen in internationaler Betriebswirtschaft und berufsbezogenen Fremdsprachen.

Die Grundlage bildet die duale Ausbildung zum Industriekaufmann beziehungsweise zur Industriekauffrau. Ergänzend beschäftigst du dich mit internationalen Wirtschaftsbeziehungen, Außenhandel und kaufmännischer Kommunikation in fremden Sprachen. Je nach Angebot der Berufsschule und zuständigen Industrie- und Handelskammer können Englisch und eine weitere Fremdsprache hinzukommen. Die Zusatzqualifikation ist besonders interessant, wenn du deine beruflichen Perspektiven über den deutschen Markt hinaus erweitern möchtest.

In diesem Berufsprofil erfährst du, welche Aufgaben dich erwarten, welche Voraussetzungen sinnvoll sind, wie die Ausbildung abläuft und welches Gehalt möglich ist. Außerdem erhältst du einen Überblick über Weiterbildungen und Karrierewege im internationalen kaufmännischen Umfeld.

Berufsbild: Was macht man als Industriekaufmann:frau mit Zusatzqualifikation Internationales Wirtschaftsmanagement mit Fremdsprachen?

Industriekaufleute steuern und organisieren betriebswirtschaftliche Abläufe in Industrieunternehmen. Sie arbeiten beispielsweise im Einkauf, im Vertrieb, im Personalwesen, in der Produktion, im Rechnungswesen oder im Marketing. Dabei stimmen sie sich mit unterschiedlichen Abteilungen ab und sorgen dafür, dass Waren, Dienstleistungen und Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar sind.

Mit der Zusatzqualifikation Internationales Wirtschaftsmanagement mit Fremdsprachen kommt eine internationale Perspektive hinzu. Du lernst, wirtschaftliche Vorgänge über Ländergrenzen hinweg zu betrachten und kaufmännische Aufgaben auch im internationalen Zusammenhang zu bearbeiten. Dazu gehören beispielsweise internationale Lieferbeziehungen, Außenhandelsgeschäfte, unterschiedliche Märkte und die Kommunikation mit Geschäftspartner:innen in anderen Ländern.

Die Zusatzqualifikation ersetzt dabei nicht den regulären Berufsabschluss. Du erwirbst zunächst den anerkannten Abschluss als Industriekaufmann:frau und weist die zusätzlichen Kenntnisse durch eine gesonderte Prüfung nach. Die konkreten Inhalte und Prüfungsbedingungen richten sich nach dem Angebot und den Regelungen der zuständigen IHK.

Typische Aufgaben

  • Einkauf und Beschaffung: Du ermittelst den Materialbedarf, vergleichst Angebote, holst Informationen bei Lieferant:innen ein und unterstützt bei Bestellungen. Bei internationalen Geschäftsbeziehungen können auch ausländische Lieferunternehmen eine Rolle spielen.
  • Vertrieb und Kundenbetreuung: Du bearbeitest Anfragen und Aufträge, erstellst Angebote und stehst mit Kund:innen in Kontakt. Bei internationalen Kund:innen nutzt du deine Fremdsprachenkenntnisse für die geschäftliche Kommunikation.
  • Marketing und Marktanalyse: Du beobachtest Märkte, wertest Informationen über Kundengruppen und Wettbewerber:innen aus und unterstützt bei der Planung von Marketingmaßnahmen.
  • Produktion und Logistik: Du wirkst daran mit, Produktionsabläufe zu planen, Materialflüsse zu koordinieren und Lieferungen zu organisieren.
  • Rechnungswesen und Controlling: Du bearbeitest Rechnungen, kontrollierst Zahlungsvorgänge, wertest Kosten aus und unterstützt bei der Planung und Überwachung betrieblicher Kennzahlen.
  • Internationale Betriebswirtschaft: Du beschäftigst dich mit wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Ländern, internationalen Märkten und kaufmännischen Besonderheiten im Außenhandel.
  • Fremdsprachige Geschäftskommunikation: Du formulierst beispielsweise E-Mails und Geschäftsbriefe, führst Telefonate und bearbeitest typische kaufmännische Gesprächssituationen in einer oder mehreren Fremdsprachen.
  • Dokumentation und Organisation: Du erstellst Unterlagen, pflegst Daten in betrieblichen Informationssystemen und dokumentierst kaufmännische Vorgänge nachvollziehbar.

Arbeitsorte und Branchen

Industriekaufleute arbeiten überwiegend in Büro- und Verwaltungsbereichen von Industrieunternehmen. Je nach Einsatzgebiet sind sie auch in Besprechungsräumen, Lager- und Produktionsbereichen oder bei Geschäftspartner:innen tätig. Bei international ausgerichteten Unternehmen kann die Zusammenarbeit mit ausländischen Niederlassungen, Lieferunternehmen und Kund:innen zum Arbeitsalltag gehören.

  • Maschinen- und Anlagenbau: Kaufmännische Betreuung von Beschaffung, Vertrieb und internationalen Kundenaufträgen.
  • Automobilindustrie: Organisation von Lieferketten, Einkauf von Materialien und Koordination von Geschäftsprozessen.
  • Chemie- und Pharmaindustrie: Unterstützung bei Einkauf, Vertrieb, Logistik und kaufmännischer Verwaltung.
  • Elektro- und Elektronikindustrie: Bearbeitung von Kundenaufträgen, Lieferantenkontakten und internationalen Vertriebsprozessen.
  • Lebensmittelindustrie: Organisation von Warenbeschaffung, Produktion, Absatz und Warenlieferungen.
  • Internationale Industrieunternehmen: Mitarbeit in Abteilungen, die mit ausländischen Standorten, Geschäftspartner:innen oder Märkten zusammenarbeiten.

Voraussetzungen für die Ausbildung

Für die reguläre Ausbildung zum Industriekaufmann beziehungsweise zur Industriekauffrau ist rechtlich kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Ausbildungsbetriebe entscheiden selbst, welche schulischen Voraussetzungen sie bei Bewerber:innen erwarten. Für Angebote mit der Zusatzqualifikation Internationales Wirtschaftsmanagement mit Fremdsprachen gelten allerdings teilweise höhere Anforderungen. Einige Berufsschulen setzen die allgemeine Hochschulreife oder die Fachhochschulreife voraus. Welche Voraussetzungen gelten, hängt vom jeweiligen Schul- und Ausbildungsangebot ab.

Gute Fremdsprachenkenntnisse sind eine wichtige Grundlage. Besonders Englisch spielt im internationalen Geschäftsverkehr eine große Rolle. Je nach Programm kommt eine zweite Fremdsprache hinzu, häufig Französisch oder Spanisch. Auch Interesse an wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen sowie an anderen Ländern ist hilfreich.

Wichtige Fähigkeiten und Interessen

  • Interesse an Wirtschaft: Du möchtest verstehen, wie Unternehmen arbeiten, wie Märkte funktionieren und welche Faktoren wirtschaftliche Entscheidungen beeinflussen.
  • Sprachliches Talent: Du hast Freude daran, Fremdsprachen zu lernen und sie in beruflichen Situationen anzuwenden.
  • Kommunikationsfähigkeit: Du kannst dich verständlich ausdrücken und gehst offen auf unterschiedliche Gesprächspartner:innen zu.
  • Organisationsgeschick: Du behältst Termine, Aufgaben und Abläufe im Blick und kannst mehrere Vorgänge sinnvoll koordinieren.
  • Sorgfalt und Genauigkeit: Du arbeitest zuverlässig mit Zahlen, Daten, Dokumenten und kaufmännischen Unterlagen.
  • Interesse an anderen Ländern und Kulturen: Du bist neugierig auf internationale Märkte und unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit.
  • Mathematisches Verständnis: Du kannst mit Zahlen umgehen und hast keine Schwierigkeiten mit kaufmännischen Berechnungen.
  • Teamfähigkeit: Du arbeitest gerne mit Kolleg:innen aus unterschiedlichen Abteilungen zusammen.
  • Selbstständigkeit: Du kannst Aufgaben eigenständig bearbeiten und bei Problemen nach Lösungen suchen.
  • Lernbereitschaft: Du bist bereit, deine Sprachkenntnisse und dein Wissen über internationale Wirtschaftsprozesse kontinuierlich auszubauen.

Hilfreiche Schulfächer

  • Englisch: Gute Englischkenntnisse helfen dir bei der internationalen Geschäftskommunikation und beim Verständnis fremdsprachiger Unterlagen.
  • Französisch oder Spanisch: Eine weitere Fremdsprache ist je nach Ausbildungsangebot Bestandteil der Zusatzqualifikation. Vorkenntnisse können den Einstieg erleichtern.
  • Mathematik: Du benötigst mathematische Grundlagen für Kalkulationen, Prozentrechnungen, Kostenvergleiche und kaufmännische Auswertungen.
  • Wirtschaft und Recht: Kenntnisse über Unternehmen, Märkte und wirtschaftliche Zusammenhänge sind eine gute Vorbereitung auf die Ausbildung.
  • Deutsch: Eine sichere schriftliche und mündliche Ausdrucksweise ist wichtig, um Geschäftsbriefe zu formulieren, Informationen aufzubereiten und Gespräche zu führen.
  • Geografie und Politik: Wissen über Länder, internationale Beziehungen und wirtschaftliche Entwicklungen kann dir helfen, globale Zusammenhänge besser zu verstehen.
  • Informatik: Der Umgang mit digitalen Anwendungen und Tabellenkalkulationen erleichtert dir die Arbeit mit kaufmännischen Informationssystemen.

Ausbildungsinfos

Die Grundlage ist die anerkannte duale Berufsausbildung zum Industriekaufmann beziehungsweise zur Industriekauffrau. Sie findet im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. Die Zusatzqualifikation Internationales Wirtschaftsmanagement mit Fremdsprachen wird parallel zur Berufsausbildung erworben. Je nach Region und Bildungseinrichtung erfolgt die zusätzliche Vermittlung der Inhalte im Berufsschulunterricht, über ergänzende Angebote oder in Zusammenarbeit mit der zuständigen IHK.

Dauer und Ablauf der Ausbildung

Die reguläre Ausbildung zum Industriekaufmann beziehungsweise zur Industriekauffrau dauert drei Jahre. In bestimmten Schul- und Ausbildungsmodellen mit Zusatzqualifikation kann eine verkürzte Ausbildungsdauer von zweieinhalb Jahren vorgesehen sein. Das ist beispielsweise bei speziellen Berufskollegs möglich, die sich an Bewerber:innen mit Hochschulreife oder Fachhochschulreife richten. Die konkrete Dauer hängt vom jeweiligen Angebot und den Vereinbarungen mit dem Ausbildungsbetrieb ab.

Im Betrieb lernst du verschiedene kaufmännische Abteilungen kennen. Du erhältst Einblicke in Einkauf, Vertrieb, Personalwesen, Produktion, Logistik und Rechnungswesen. Dabei übernimmst du schrittweise eigene Aufgaben und setzt das Wissen aus der Berufsschule in der Praxis um.

Der Berufsschulunterricht vermittelt die theoretischen Grundlagen. Bei einem Angebot mit Zusatzqualifikation kommen zusätzliche Unterrichtsinhalte hinzu. Dazu können internationale Volks- und Betriebswirtschaftslehre, Controlling und berufsbezogene Fremdsprachen gehören. Je nach Schule werden Englisch und eine zweite Fremdsprache wie Französisch oder Spanisch unterrichtet. Manche Programme sehen außerdem einen Auslandsaufenthalt oder ein internationales Austauschprojekt vor.

Die Zusatzqualifikation ist nicht bundesweit in jedem Ausbildungsbetrieb und an jeder Berufsschule verfügbar. Deshalb solltest du dich vor der Bewerbung erkundigen, ob dein gewünschter Betrieb mit einer Berufsschule zusammenarbeitet, die das entsprechende Angebot führt, und welche Prüfungsregelung für deinen Ausbildungsjahrgang gilt.

Was lernt man in der Ausbildung?

Die regulären Ausbildungsinhalte vermitteln dir kaufmännische Kenntnisse und Fähigkeiten für die Arbeit in einem Industrieunternehmen. Mit der Zusatzqualifikation kommen internationale und sprachliche Themen hinzu.

  • Geschäftsprozesse und betriebliche Organisation verstehen und mitgestalten.
  • Materialbedarf ermitteln, Angebote vergleichen und Beschaffungsvorgänge bearbeiten.
  • Lieferant:innen auswählen und mit ihnen kommunizieren.
  • Kundenaufträge bearbeiten, Angebote erstellen und Vertriebsprozesse unterstützen.
  • Marketingmaßnahmen planen und Informationen über Märkte und Kundengruppen auswerten.
  • Produktions- und Logistikprozesse kaufmännisch begleiten.
  • Rechnungen bearbeiten, Kosten erfassen und betriebswirtschaftliche Auswertungen erstellen.
  • Personalbezogene Aufgaben kennenlernen und bei organisatorischen Abläufen mitwirken.
  • Mit kaufmännischen Softwarelösungen und digitalen Informationssystemen arbeiten.
  • Grundlagen der internationalen Volks- und Betriebswirtschaftslehre kennenlernen.
  • Internationale Handelsbeziehungen und Außenhandelsprozesse verstehen.
  • Kaufmännische Vorgänge unter internationalen Gesichtspunkten beurteilen.
  • Fremdsprachige Geschäftsbriefe, E-Mails und andere berufliche Texte verfassen.
  • Telefonate und Gespräche mit internationalen Geschäftspartner:innen in der Fremdsprache führen.
  • Fremdsprachige Informationen auswerten und in kaufmännische Arbeitsabläufe einbeziehen.

Prüfungen und Abschluss

Die reguläre Ausbildung endet mit der Abschlussprüfung zum Industriekaufmann beziehungsweise zur Industriekauffrau vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer. Seit der Neuordnung des Berufsbildes wird die Abschlussprüfung gestreckt durchgeführt. Sie besteht aus zwei zeitlich getrennten Teilen, deren Ergebnisse in die Gesamtnote einfließen.

Die Zusatzqualifikation wird gesondert geprüft. Die genauen Prüfungsbereiche richten sich nach der zuständigen IHK und der für den jeweiligen Ausbildungsjahrgang geltenden Rechtsvorschrift. Bei der klassischen Zusatzqualifikation Internationales Wirtschaftsmanagement mit Fremdsprachen stehen insbesondere internationale Betriebswirtschaftslehre und berufsbezogene Fremdsprachen im Mittelpunkt. Je nach Prüfungsordnung werden schriftliche und mündliche Leistungen verlangt. Die Zulassung setzt voraus, dass du die zusätzlichen Kenntnisse und Fertigkeiten nachweisen kannst. In der Regel bestätigt der Ausbildungsbetrieb, dass die entsprechenden Inhalte vermittelt wurden.

Wichtig ist die regionale Entwicklung: Für bestimmte Ausbildungsjahrgänge und Regionen gibt es inzwischen eine aktualisierte Zusatzqualifikation, die auch digitale Wirtschaftskompetenz einbezieht. In der IHK-Region Stuttgart gilt seit Ende 2025 beispielsweise eine neue Rechtsvorschrift mit zusätzlichen Prüfungsbereichen. Welche Variante für dich gilt, solltest du deshalb direkt bei deiner Berufsschule oder IHK erfragen.

Nach bestandener Abschlussprüfung erhältst du den anerkannten Berufsabschluss Industriekaufmann:frau. Bei erfolgreicher Zusatzprüfung erhältst du zusätzlich einen entsprechenden Nachweis über die Zusatzqualifikation beziehungsweise den vorgesehenen Assistententitel. Damit verfügst du über einen regulären kaufmännischen Berufsabschluss und zusätzliche Kompetenzen für internationale Geschäftsprozesse.

Gehalt in der Ausbildung und danach

Das Gehalt als Industriekaufmann:frau hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören die Branche, die Region, die Größe des Unternehmens und die Frage, ob der Betrieb tarifgebunden ist. Auch die konkrete Ausgestaltung der Ausbildung mit Zusatzqualifikation kann Einfluss auf die Dauer und damit auf die Anzahl der Ausbildungsjahre haben.

Während der Ausbildung erhältst du eine monatliche Ausbildungsvergütung. Die Zusatzqualifikation führt nicht automatisch zu einer höheren Vergütung. Maßgeblich sind der Ausbildungsvertrag und gegebenenfalls die tariflichen Regelungen des Unternehmens.

Ausbildungsvergütung

Die folgende Übersicht zeigt gerundete bundesweite Durchschnittswerte der tariflichen Ausbildungsvergütung für Industriekaufleute auf Grundlage der BIBB-Auswertung für 2025. Es handelt sich um monatliche Bruttobeträge zur Orientierung. Die tatsächliche Vergütung kann je nach Tarifgebiet und Ausbildungsbetrieb abweichen.

Ausbildungsjahr Durchschnittliche Vergütung brutto pro Monat
1. Jahr 1.195 Euro
2. Jahr 1.267 Euro
3. Jahr 1.362 Euro

Bei einer verkürzten Ausbildung von zweieinhalb Jahren kann die zeitliche Zuordnung der Ausbildungsvergütung anders ausfallen. Welche Beträge gelten, ergibt sich aus dem Ausbildungsvertrag und dem jeweiligen Tarifvertrag. In tarifgebundenen Industrieunternehmen sind die Vergütungen häufig höher als in Betrieben ohne Tarifbindung. Zusätzlich können Sonderzahlungen oder andere tarifliche Leistungen vereinbart sein.

Gehalt nach der Ausbildung

Nach dem Abschluss richtet sich das Gehalt vor allem nach der übernommenen Tätigkeit, der Berufserfahrung und dem Arbeitgeber. Industriekaufleute können beispielsweise im Einkauf, Vertrieb, Controlling, Personalwesen oder in der Logistik arbeiten. Tätigkeiten mit internationaler Verantwortung oder besonderen Sprachkenntnissen können zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten bieten, führen aber nicht automatisch zu einem höheren Einstiegsgehalt.

Als Orientierung weist der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit für Industriekaufleute ein mittleres monatliches Bruttoentgelt von rund 4.712 Euro aus. Die tatsächlichen Einkommen liegen je nach Berufserfahrung, Region und Aufgabenbereich zum Teil deutlich darunter oder darüber. Der Medianwert ist kein typisches Einstiegsgehalt direkt nach der Ausbildung, sondern umfasst Beschäftigte mit unterschiedlichen Erfahrungsständen.

Berufseinsteiger:innen verdienen häufig zunächst weniger. Mit wachsender Berufserfahrung, zusätzlichen Qualifikationen und anspruchsvolleren Aufgaben können sich die Verdienstmöglichkeiten verbessern. In tarifgebundenen Unternehmen gelten häufig feste Entgeltgruppen und tarifliche Stufen. Auch Sonderzahlungen, Erfolgsprämien oder Zuschläge können das Einkommen beeinflussen.

Karriere und Zukunft

Die Karriere als Industriekaufmann:frau mit Zusatzqualifikation Internationales Wirtschaftsmanagement mit Fremdsprachen kann in verschiedene Richtungen führen. Der reguläre Berufsabschluss eröffnet Tätigkeiten in zahlreichen kaufmännischen Unternehmensbereichen. Die Zusatzqualifikation erweitert das Profil um Kenntnisse, die besonders bei international tätigen Unternehmen gefragt sein können.

Mit zunehmender Berufserfahrung kannst du dich auf bestimmte Aufgaben spezialisieren. Im Einkauf sind beispielsweise internationale Lieferantenbeziehungen und Beschaffungsprozesse mögliche Schwerpunkte. Im Vertrieb kannst du Kund:innen aus anderen Ländern betreuen oder an der Koordination internationaler Aufträge mitarbeiten. Auch Tätigkeiten in Export, Logistik, Controlling oder internationalem Projektmanagement kommen infrage.

Weiterbildungsmöglichkeiten

  • Industriefachwirt:in: Diese kaufmännische Weiterbildung vertieft betriebswirtschaftliche Kenntnisse und qualifiziert für anspruchsvollere Aufgaben sowie koordinierende Tätigkeiten in Industrieunternehmen.
  • Fachwirt:in für Außenwirtschaft: Die Weiterbildung vermittelt vertiefte Kenntnisse zu internationalen Handelsgeschäften, Außenwirtschaft, Zoll und grenzüberschreitenden Geschäftsprozessen.
  • Fachwirt:in für Einkauf: Diese Qualifikation ist interessant, wenn du dich auf Beschaffung, Lieferantenmanagement und strategische Einkaufsprozesse spezialisieren möchtest.
  • Bilanzbuchhalter:in: Wer sich für Rechnungswesen und Finanzen interessiert, kann sich in Richtung Jahresabschluss, Bilanzierung und betriebliche Finanzsteuerung weiterentwickeln.
  • Fremdsprachen und internationale Kommunikation: Zusätzliche Sprachkurse und anerkannte Sprachzertifikate können die vorhandenen Kenntnisse vertiefen und für internationale Aufgaben nützlich sein.
  • Projektmanagement: Weiterbildungen im Projektmanagement bereiten auf die Planung, Koordination und Steuerung komplexer betrieblicher Vorhaben vor.
  • Fachliche Spezialisierungen: Auch Kenntnisse in Zollabwicklung, Exportkontrolle, internationaler Logistik, Digitalisierung oder Controlling können die beruflichen Möglichkeiten erweitern.

Studium nach der Ausbildung

Mit der entsprechenden schulischen oder beruflichen Hochschulzugangsberechtigung kannst du nach der Ausbildung auch ein Studium aufnehmen. Interessant sind beispielsweise Studiengänge in Betriebswirtschaftslehre, International Business, International Management, Wirtschaftsingenieurwesen oder Außenwirtschaft. Die Zugangsvoraussetzungen unterscheiden sich je nach Hochschule und Bundesland.

Ein Studium kann den Weg in weiterführende Fach- und Führungsaufgaben eröffnen, etwa im internationalen Vertrieb, im strategischen Einkauf, im Controlling oder im Management. Die Kombination aus abgeschlossener Berufsausbildung, Praxiserfahrung und Zusatzqualifikation kann dabei eine gute Grundlage sein.

Zukunftsaussichten im Beruf

Industrieunternehmen sind häufig international vernetzt. Sie beziehen Rohstoffe und Bauteile aus verschiedenen Ländern, verkaufen ihre Produkte auf internationalen Märkten und arbeiten mit Geschäftspartner:innen aus unterschiedlichen Regionen zusammen. Deshalb sind kaufmännische Fachkräfte gefragt, die betriebswirtschaftliche Abläufe verstehen und internationale Geschäftsprozesse begleiten können.

Gleichzeitig verändern Digitalisierung, Automatisierung und neue Softwarelösungen die kaufmännische Arbeit. Routineaufgaben werden zunehmend digital unterstützt. Dadurch gewinnen Fähigkeiten wie Datenanalyse, Prozessverständnis, Kommunikation und die sichere Anwendung digitaler Systeme an Bedeutung. Auch Kenntnisse zu internationalen Lieferketten, Handelsbedingungen und interkultureller Zusammenarbeit können beruflich nützlich sein.

Die Zusatzqualifikation ist daher eine sinnvolle Ergänzung, wenn du dich frühzeitig auf internationale kaufmännische Aufgaben vorbereiten möchtest. Sie garantiert jedoch keine bestimmte Position oder ein festgelegtes Gehalt. Entscheidend bleiben die Anforderungen des Arbeitgebers, deine praktische Erfahrung und die Bereitschaft, dich fachlich und sprachlich weiterzuentwickeln.

Passt der Beruf zu dir?

Die Ausbildung als Industriekaufmann:frau mit der Zusatzqualifikation Internationales Wirtschaftsmanagement mit Fremdsprachen passt zu dir, wenn du dich für wirtschaftliche Zusammenhänge interessierst, gerne mit Menschen kommunizierst und Freude am Lernen von Fremdsprachen hast. Du solltest sorgfältig arbeiten, organisatorisches Geschick mitbringen und offen für internationale Themen sein.

Die Ausbildung verbindet kaufmännische Praxis mit zusätzlichen Inhalten aus internationaler Betriebswirtschaft und Fremdsprachen. Du lernst verschiedene Unternehmensbereiche kennen und kannst später beispielsweise im Einkauf, Vertrieb, Controlling oder in der internationalen Auftragsabwicklung arbeiten. Je nach Ausbildungsangebot kommen zusätzliche Unterrichtsangebote oder ein Auslandsaufenthalt hinzu.

Wenn du dir eine kaufmännische Ausbildung mit internationaler Ausrichtung wünschst und bereit bist, deine Sprachkenntnisse kontinuierlich auszubauen, kann dieser Ausbildungsweg eine interessante Perspektive sein. Informiere dich vor deiner Bewerbung genau über die Angebote der Berufsschulen und IHKs in deiner Region, denn Zugangsvoraussetzungen, Ausbildungsdauer und Prüfungsregelungen können unterschiedlich sein.

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