Ausbildung als PR-Journalist (m/w/d): Aufgaben, Gehalt und Karriere

Der Begriff PR-Journalist (m/w/d) bezeichnet Tätigkeiten an der Schnittstelle von Journalismus, Pressearbeit und Öffentlichkeitsarbeit. PR-Journalist:innen recherchieren Informationen, bereiten Themen verständlich auf und erstellen Inhalte für Medien, Websites, soziale Netzwerke oder Unternehmenspublikationen. Dabei geht es nicht nur um das Schreiben, sondern auch um die zielgruppengerechte Kommunikation von Informationen.

Wichtig ist: PR-Journalist (m/w/d) ist in Deutschland kein staatlich anerkannter dualer Ausbildungsberuf mit einer einheitlich geregelten Ausbildungsdauer und Ausbildungsvergütung. Der Einstieg kann über journalistische Ausbildungen, Volontariate, schulische Lehrgänge, eine berufliche Qualifizierung oder ein Studium im Bereich Journalismus, Public Relations und Kommunikationsmanagement erfolgen. Auch ein duales Studium mit Praxisphasen ist möglich.

Wer sich für die Ausbildung PR-Journalist (m/w/d) interessiert, sollte deshalb genau darauf achten, welchen Ausbildungsweg ein Bildungsträger oder Arbeitgeber anbietet. Je nach Weg unterscheiden sich Zugangsvoraussetzungen, Dauer, Kosten, Abschluss und praktische Anteile deutlich.

Berufsbild: Was macht man als PR-Journalist (m/w/d)?

PR-Journalist:innen verbinden journalistisches Arbeiten mit professioneller Öffentlichkeitsarbeit. Sie recherchieren Themen, prüfen Informationen und entwickeln daraus Texte und andere Medieninhalte. Dazu können beispielsweise Pressemitteilungen, Interviews, Fachbeiträge, Newsletter, Website-Texte, Social-Media-Beiträge oder Unternehmenspublikationen gehören.

Im Unterschied zum klassischen Journalismus steht bei der PR nicht ausschließlich die unabhängige Berichterstattung über gesellschaftlich relevante Themen im Mittelpunkt. PR dient der gezielten Kommunikation von Unternehmen, Verbänden, Institutionen oder Organisationen. Gleichzeitig sind journalistische Fähigkeiten wie Recherche, verständliches Schreiben, Quellenprüfung und die Einordnung von Informationen wichtige Bestandteile der Tätigkeit.

Der Arbeitsalltag kann deshalb sehr abwechslungsreich sein. Ein:e PR-Journalist:in kann morgens eine Pressemitteilung verfassen, anschließend ein Interview vorbereiten, Medienanfragen beantworten und am Nachmittag Inhalte für eine Unternehmenswebsite oder Social Media produzieren.

Typische Aufgaben

  • Informationen und Themen recherchieren und auf ihre Plausibilität prüfen
  • Pressemitteilungen und journalistisch aufgebaute Texte verfassen
  • Interviews vorbereiten, durchführen und redaktionell bearbeiten
  • Beiträge für Websites, Newsletter, Magazine und Unternehmensmedien erstellen
  • Inhalte für soziale Netzwerke entwickeln und redigieren
  • Pressekontakte pflegen und Medienanfragen bearbeiten
  • Pressekonferenzen, Hintergrundgespräche und andere Kommunikationsveranstaltungen vorbereiten
  • Informationen für unterschiedliche Zielgruppen verständlich aufbereiten
  • Kommunikationskampagnen und redaktionelle Projekte unterstützen
  • Bild-, Video- und Audiomaterial für Kommunikationsmaßnahmen koordinieren
  • Texte von Kolleg:innen oder externen Autor:innen redigieren
  • Kommunikationsmaßnahmen dokumentieren und deren Reichweite auswerten

Arbeitsorte und Branchen

  • PR- und Kommunikationsagenturen
  • Pressestellen von Unternehmen
  • Verbände und Interessenvertretungen
  • öffentliche Einrichtungen und Behörden
  • Stiftungen und Non-Profit-Organisationen
  • Verlage und Medienunternehmen
  • Redaktionen von Online-Medien
  • Unternehmenskommunikation größerer Betriebe
  • Agenturen für Content, Social Media und digitale Kommunikation
  • Organisationen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur oder Bildung

Gearbeitet wird überwiegend am Computer. Je nach Tätigkeit kommen jedoch auch Interviews, Veranstaltungen, Pressekonferenzen, Außentermine und Medienproduktionen hinzu. Mobile Arbeit und Homeoffice sind in vielen Kommunikationsberufen ebenfalls möglich.

Voraussetzungen für die Ausbildung

Für den Beruf PR-Journalist:in gibt es keinen bundesweit einheitlich vorgeschriebenen Schulabschluss. Die Voraussetzungen hängen vom jeweiligen Ausbildungs- oder Studienweg ab. Bei schulischen Ausbildungen und Weiterbildungen können Bildungseinrichtungen eigene Zugangskriterien festlegen. Für ein Studium ist in der Regel eine entsprechende Hochschulzugangsberechtigung erforderlich.

Bei journalistischen Volontariaten erwarten Arbeitgeber:innen häufig eine gute Allgemeinbildung, sehr sichere Deutschkenntnisse und erste praktische Erfahrungen, beispielsweise durch Schülerzeitung, Praktika, freie Mitarbeit oder eigene journalistische Projekte.

Für eine erfolgreiche Tätigkeit sind vor allem sprachliche Sicherheit, Recherchefähigkeit und Kommunikationsstärke wichtig. Gleichzeitig sollte man bereit sein, Informationen kritisch zu prüfen und unterschiedliche Perspektiven zu berücksichtigen.

Wichtige Fähigkeiten und Interessen

  • sehr gute Kenntnisse der deutschen Sprache
  • Interesse an aktuellen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen oder politischen Themen
  • Freude am Schreiben und Überarbeiten von Texten
  • Fähigkeit zur gründlichen Recherche
  • kritisches und analytisches Denken
  • Kommunikationsfähigkeit und Kontaktfreude
  • Organisationstalent und zuverlässiges Arbeiten
  • Interesse an Medien und digitalen Kommunikationskanälen
  • Gespür für verständliche und zielgruppengerechte Sprache
  • Flexibilität bei wechselnden Themen und Aufgaben
  • Sorgfalt beim Umgang mit Informationen und Quellen
  • Bereitschaft, sich mit neuen Medien, Technologien und KI-gestützten Werkzeugen auseinanderzusetzen

Hilfreiche Schulfächer

  • Deutsch: für Schreiben, Textverständnis, Grammatik und sprachliche Gestaltung
  • Englisch: für internationale Quellen, Interviews und Kommunikation
  • Politik und Sozialkunde: für das Verständnis gesellschaftlicher Zusammenhänge
  • Wirtschaft: für Unternehmenskommunikation und wirtschaftliche Themen
  • Informatik: für digitale Medien, Content-Management-Systeme und Online-Kommunikation
  • Kunst oder Gestaltung: für visuelle Kommunikation und Mediengestaltung

Ausbildungsinfos

Eine klassische dreijährige duale Ausbildung zum PR-Journalisten (m/w/d) mit bundeseinheitlicher Ausbildungsordnung gibt es nicht. Das unterscheidet den Beruf beispielsweise von anerkannten dualen Ausbildungsberufen wie Kaufmann:Kauffrau für Marketingkommunikation.

Der Weg in PR und Journalismus kann stattdessen über unterschiedliche Bildungswege führen. Dazu gehören journalistische Volontariate, schulische Ausbildungen, berufliche Weiterbildungen und Studiengänge. Auch ein duales Studium im Bereich Public Relations, Kommunikationsmanagement oder Unternehmenskommunikation kann einen praxisnahen Einstieg ermöglichen.

Dauer und Ablauf der Ausbildung

Die Dauer hängt vom gewählten Bildungsweg ab. Bei journalistischen Volontariaten wird die praktische Ausbildung in einer Redaktion oder Kommunikationsabteilung häufig durch externe Seminare ergänzt. Schulische journalistische Ausbildungen können je nach Bildungseinrichtung unterschiedlich lange dauern.

Auch Weiterbildungen im Bereich Public Relations sind unterschiedlich aufgebaut. Sie können beispielsweise mehrere Monate dauern und Themen wie Pressearbeit, Social Media, Krisenkommunikation, Corporate Publishing und Kommunikationskonzeption behandeln.

Ein Studium im Bereich Public Relations und Kommunikationsmanagement dauert bei einem grundständigen Bachelorstudium in der Regel sechs bis acht Semester. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit gibt es dieses Studienfach auch als duales Studium mit Praxisphasen in Unternehmen. Damit lässt sich wissenschaftliches Lernen mit praktischer Berufserfahrung verbinden.

Für Schüler:innen, die möglichst früh praktische Erfahrungen sammeln möchten, können Praktika bei Redaktionen, PR-Agenturen, Pressestellen oder Kommunikationsabteilungen sinnvoll sein. Sie ermöglichen einen realistischen Einblick in Recherche, Textproduktion, Medienarbeit und Unternehmenskommunikation.

Was lernt man in der Ausbildung?

  • Grundlagen des journalistischen Schreibens
  • Recherche und Überprüfung von Informationen
  • Aufbau und Gestaltung von Pressemitteilungen
  • Interviewführung und Gesprächsvorbereitung
  • Textredaktion und Korrektur
  • Presse- und Medienarbeit
  • Grundlagen der Öffentlichkeitsarbeit
  • Kommunikationsplanung und Zielgruppenanalyse
  • Social-Media-Kommunikation
  • Content-Erstellung für Websites und digitale Medien
  • Newsletter- und Corporate-Publishing-Konzepte
  • Grundlagen der Krisenkommunikation
  • Medienrecht und Urheberrecht
  • Grundlagen der Medienethik
  • digitale Recherche und Nutzung von Content-Management-Systemen
  • Umgang mit Foto-, Video- und Audiomaterial
  • Auswertung digitaler Kommunikationsmaßnahmen

Gehalt in der Ausbildung und danach

Beim Gehalt PR-Journalist (m/w/d) ist eine wichtige Unterscheidung notwendig: Da es keine bundeseinheitlich geregelte Ausbildung zum PR-Journalisten bzw. zur PR-Journalistin gibt, existiert auch keine allgemein festgelegte Ausbildungsvergütung.

Bei einem Volontariat hängt die Vergütung vom Arbeitgeber, Tarifvertrag und jeweiligen Medienbereich ab. Bei schulischen Ausbildungen oder Weiterbildungen kann dagegen eine Vergütung vollständig fehlen. Teilweise fallen sogar Lehrgangs- oder Prüfungsgebühren an.

Bei einem dualen Studium kann das Praxisunternehmen eine monatliche Vergütung zahlen. Höhe und Bedingungen werden vom jeweiligen Vertrag bestimmt. Auch Studiengebühren und andere Kosten können je nach Hochschule und Arbeitgeber unterschiedlich geregelt sein.

Ausbildungsvergütung

Ausbildungsweg Vergütung beziehungsweise Kosten
Journalistisches Volontariat Vergütung abhängig von Arbeitgeber und gegebenenfalls Tarifvertrag
Schulische journalistische Ausbildung Je nach Bildungseinrichtung keine Vergütung; teilweise können Kosten entstehen
PR-Weiterbildung In der Regel keine Ausbildungsvergütung; Lehrgangskosten möglich
Duales Studium Public Relations Vergütung abhängig vom Praxisunternehmen und Studienmodell

Nach dem Einstieg hängt das Einkommen unter anderem von Qualifikation, Berufserfahrung, Arbeitgeber, Tätigkeitsbereich und Verantwortungsniveau ab. Journalist:innen, PR-Fachkräfte, Redakteur:innen und Kommunikationsmanager:innen können deshalb sehr unterschiedliche Gehälter erzielen.

Mit zunehmender Berufserfahrung können zusätzliche Aufgaben wie Kommunikationsstrategie, Krisenkommunikation, Medienarbeit oder die Leitung eines Redaktionsteams übernommen werden. Solche verantwortungsvolleren Positionen können entsprechend höher vergütet werden.

Karriere und Zukunft

Die Karriere als PR-Journalist:in kann in unterschiedliche Richtungen führen. Möglich sind Tätigkeiten in der klassischen Pressearbeit, in der Unternehmenskommunikation, im Online-Journalismus, im Content-Marketing oder im Social-Media-Bereich. Auch eine Spezialisierung auf bestimmte Branchen wie Technik, Wissenschaft, Medizin, Wirtschaft oder Politik ist möglich.

Die Digitalisierung verändert das Berufsbild deutlich. Texte und Medieninhalte werden heute über Websites, Newsletter, Podcasts, Video-Plattformen und soziale Netzwerke verbreitet. Gleichzeitig gewinnen digitale Recherche, Datenanalyse, Suchmaschinenoptimierung und KI-gestützte Arbeitsprozesse an Bedeutung.

KI kann beispielsweise bei der Ideenfindung, Transkription, Rechercheunterstützung oder Textbearbeitung eingesetzt werden. Die fachliche Prüfung von Informationen, Quellenkritik, redaktionelle Verantwortung und die Einhaltung von Urheber- und Persönlichkeitsrechten bleiben jedoch wichtige Aufgaben qualifizierter Fachkräfte.

Weiterbildungsmöglichkeiten

  • Weiterbildungen in Public Relations und Unternehmenskommunikation
  • Spezialisierung auf Social Media und digitale Kommunikation
  • Weiterbildung in Presse- und Medienarbeit
  • Qualifikationen im Bereich Krisenkommunikation
  • Weiterbildung in Corporate Publishing
  • Spezialisierung auf Content-Strategie und Online-Redaktion
  • Weiterbildung in Suchmaschinenoptimierung und digitaler Kommunikation
  • Qualifikationen für Wissenschafts-, Wirtschafts- oder politische Kommunikation
  • Aufbau eines Hochschulabschlusses im Bereich Kommunikation, Journalismus oder Public Relations

Mit entsprechender Erfahrung können PR-Journalist:innen beispielsweise als Redakteur:in, PR-Fachkraft, Pressesprecher:in, Kommunikationsmanager:in oder Content-Manager:in arbeiten. Auch Führungspositionen in Kommunikationsabteilungen oder Agenturen sind langfristig möglich.

Passt der Beruf zu dir?

Der Beruf PR-Journalist:in kann zu Schüler:innen passen, die gerne schreiben, recherchieren und mit unterschiedlichen Menschen kommunizieren. Wichtig ist nicht nur sprachliches Talent. Ebenso entscheidend sind Neugier, Genauigkeit, kritisches Denken und die Fähigkeit, Informationen verständlich und zielgruppengerecht aufzubereiten.

Wer sich für den Beruf interessiert, sollte außerdem zwischen Journalismus und PR unterscheiden können. Journalistische Arbeit ist grundsätzlich auf unabhängige Information und Berichterstattung ausgerichtet, während PR die Kommunikation und öffentliche Wahrnehmung einer Organisation unterstützt. In der Praxis gibt es jedoch Überschneidungen, insbesondere bei Recherche, Textproduktion, Interviews und digitaler Medienarbeit.

Eine klassische Ausbildung PR-Journalist (m/w/d) mit festgelegter Dauer und bundeseinheitlichem Ausbildungsplan gibt es nicht. Für Schüler:innen ist deshalb besonders wichtig, vor einer Bewerbung genau zu prüfen, ob es sich um ein Volontariat, eine schulische Ausbildung, eine Weiterbildung oder ein duales Studium handelt. Wer Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit miteinander verbinden möchte, findet auf mehreren Bildungswegen Möglichkeiten für einen Einstieg in dieses vielseitige Berufsfeld.

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