Ausbildung als Verbundstudium Betriebswirtschaft (m/w/d): Aufgaben, Gehalt und Karriere

Das Verbundstudium Betriebswirtschaft (m/w/d) an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt, kurz THWS, verbindet ein betriebswirtschaftliches Bachelorstudium mit einer anerkannten Berufsausbildung. Das duale Studienmodell richtet sich an Schüler:innen, die akademische Bildung und praktische Berufserfahrung miteinander verbinden möchten. Der Studiengang Betriebswirtschaft wird an der THWS seit dem Wintersemester 2026/27 auch als Verbundstudium angeboten.

Im Unterschied zu einem klassischen Vollzeitstudium absolvieren Studierende beim Verbundstudium zusätzlich eine betriebliche Ausbildung bei einem Praxispartner. Je nach Unternehmen kann diese beispielsweise mit einer Ausbildung zur Kauffrau oder zum Kaufmann für Büromanagement, zur Bankkauffrau oder zum Bankkaufmann oder zur Steuerfachangestellten beziehungsweise zum Steuerfachangestellten verbunden werden. Am Ende stehen sowohl der Bachelor of Arts als auch ein anerkannter Berufsabschluss.

Das Verbundstudium Betriebswirtschaft (m/w/d) dauert insgesamt 4,5 Jahre. Das erste Ausbildungsjahr ist dem Studium vorgeschaltet. Danach wechseln sich Hochschulphasen an der THWS in Würzburg mit Praxisphasen beim Ausbildungs- und Praxispartner ab. Dadurch erwerben Studierende neben wirtschaftswissenschaftlichem Fachwissen frühzeitig praktische Kompetenzen in einem konkreten Unternehmen.

Berufsbild: Was macht man als Verbundstudium Betriebswirtschaft (m/w/d)?

Das Verbundstudium Betriebswirtschaft ist kein eigenständiger Ausbildungsberuf, sondern ein ausbildungsintegrierendes duales Studium. Die späteren Aufgaben hängen deshalb sowohl vom Bachelorstudiengang als auch vom gewählten Ausbildungsberuf und Praxispartner ab. Gemeinsamer Schwerpunkt ist die Beschäftigung mit wirtschaftlichen Abläufen, Unternehmensprozessen und kaufmännischen Aufgaben.

Im Studium lernen die Studierenden, wie Unternehmen wirtschaftlich funktionieren. Dazu gehören unter anderem Rechnungswesen, Controlling, Marketing, Personalwesen, Wirtschaftsrecht, Volkswirtschaftslehre und Unternehmensführung. Ergänzend sammeln sie im Betrieb praktische Erfahrungen und lernen reale Geschäftsprozesse kennen.

Der Arbeitsalltag kann deshalb sehr unterschiedlich aussehen. Während eine dual studierende Person bei einer Bank beispielsweise Kund:innen betreut, Finanzprodukte kennenlernt und in Bereichen wie Unternehmensentwicklung oder Firmenkunden eingesetzt wird, können bei einem Industrieunternehmen Einkauf, Vertrieb, Personal oder Controlling im Vordergrund stehen.

Typische Aufgaben

  • Mitarbeit an betriebswirtschaftlichen Geschäftsprozessen
  • Bearbeitung kaufmännischer und organisatorischer Vorgänge
  • Analyse von Kennzahlen, Kosten und wirtschaftlichen Entwicklungen
  • Unterstützung bei Controlling- und Planungsaufgaben
  • Mitarbeit in Marketing, Vertrieb oder Personalwesen
  • Bearbeitung von Kund:innen- und Geschäftsvorgängen
  • Kommunikation mit Kund:innen, Lieferant:innen und Geschäftspartner:innen
  • Erstellung und Aufbereitung von Auswertungen, Präsentationen und Berichten
  • Mitarbeit an betrieblichen Projekten
  • Anwendung digitaler Büro-, Kommunikations- und Unternehmenssoftware
  • Übertragung von Studieninhalten auf konkrete betriebliche Fragestellungen

Arbeitsorte und Branchen

  • Industrie- und Handelsunternehmen
  • Banken und Finanzdienstleistungsunternehmen
  • Steuerkanzleien und wirtschaftsnahe Dienstleistungen
  • Versicherungen
  • Handels- und E-Commerce-Unternehmen
  • Unternehmensberatungen
  • Öffentliche Verwaltungen und Institutionen
  • Personal-, Marketing- und Vertriebsabteilungen
  • Controlling und Finanzwesen
  • Unternehmensentwicklung und Projektmanagement

Die THWS führt für das Verbundstudium Betriebswirtschaft aktuell drei mögliche Ausbildungsberufe auf: Kauffrau:Kaufmann für Büromanagement, Steuerfachangestellte:r und Bankkauffrau:Bankkaufmann. Der konkrete Tätigkeitsbereich richtet sich daher maßgeblich nach der Wahl des Praxispartners und der dazugehörigen Berufsausbildung.

Voraussetzungen für die Ausbildung

Die Voraussetzungen für das Verbundstudium Betriebswirtschaft (m/w/d) bestehen aus den allgemeinen Zugangsvoraussetzungen für ein Hochschulstudium und den Anforderungen des jeweiligen Ausbildungsbetriebs. Für den Bachelor Betriebswirtschaft an der THWS ist grundsätzlich eine entsprechende Hochschulzugangsberechtigung erforderlich.

Akzeptiert werden unter anderem die allgemeine Hochschulreife, die fachgebundene Hochschulreife und die Fachhochschulreife. Auch bestimmte berufliche Zugangswege sind möglich. Zusätzlich müssen Bewerber:innen einen passenden Praxispartner finden und dessen Auswahlverfahren erfolgreich durchlaufen.

Da das Verbundstudium bereits mit der betrieblichen Ausbildung beginnt, sollte die Bewerbung beim Unternehmen rechtzeitig erfolgen. Die THWS weist darauf hin, dass die Bewerbung beim Praxispartner im Verbundstudium wesentlich früher als die Bewerbung an der Hochschule erfolgen kann.

Wichtige Fähigkeiten und Interessen

  • Interesse an Wirtschaft und Unternehmensprozessen
  • Freude an Zahlen, Daten und wirtschaftlichen Zusammenhängen
  • Analytisches und strukturiertes Denken
  • Gute Kommunikationsfähigkeit
  • Teamfähigkeit und kooperatives Arbeiten
  • Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein
  • Interesse an kaufmännischen und organisatorischen Aufgaben
  • Bereitschaft zu selbstständigem Lernen
  • Interesse an digitalen Geschäftsprozessen
  • Fähigkeit, theoretisches Wissen auf praktische Situationen anzuwenden
  • Interesse an Unternehmensführung und wirtschaftlichen Entscheidungen

Hilfreiche Schulfächer

  • Mathematik für Statistik, Rechnungswesen und betriebswirtschaftliche Berechnungen
  • Wirtschaft und Recht für wirtschaftliche und rechtliche Grundlagen
  • Deutsch für Präsentationen, schriftliche Kommunikation und Berichte
  • Englisch für Fachbegriffe und internationale Geschäftsbeziehungen
  • Informatik für digitale Anwendungen und Datenverarbeitung

Bestimmte Schulnoten sind nicht allein entscheidend für den Erfolg. Wichtig sind vor allem Lernbereitschaft, Interesse an wirtschaftlichen Themen und die Fähigkeit, sich über einen längeren Zeitraum selbstständig mit anspruchsvollen Inhalten auseinanderzusetzen. Für die Bewerbung beim Praxispartner können gute schulische Leistungen und ein überzeugendes Auswahlgespräch dennoch eine wichtige Rolle spielen.

Ausbildungsinfos

Die Ausbildung im Verbundstudium Betriebswirtschaft (m/w/d) ist zeitlich anders aufgebaut als eine klassische dreijährige Berufsausbildung. Beim Verbundstudium der THWS wird zunächst ein Jahr betriebliche Ausbildung vorgeschaltet. In dieser Phase besuchen die Auszubildenden die Berufsschule und arbeiten beim Ausbildungsbetrieb. Das erste Ausbildungsjahr dient zugleich als Vorbereitung auf die weitere Ausbildung und die entsprechende Zwischenprüfung.

Ab dem zweiten Ausbildungsjahr beginnt das Studium an der THWS. Die Studierenden wechseln anschließend zwischen Theoriephasen an der Hochschule und Praxisphasen beim Praxispartner. Während der vorlesungsfreien Zeit werden die erworbenen Kenntnisse im Unternehmen angewendet. Die betriebliche Ausbildung läuft parallel weiter.

Dauer und Ablauf der Ausbildung

Das Verbundstudium dauert insgesamt 4,5 Jahre. Im ersten Jahr steht die Berufsausbildung im Mittelpunkt. Anschließend beginnt das sieben Semester umfassende Bachelorstudium Betriebswirtschaft. Die Vorlesungszeiten liegen grundsätzlich im Winter- und Sommerhalbjahr, während die vorlesungsfreien Zeiten für betriebliche Praxis vorgesehen sind.

Der Praxispartner ist während der gesamten dualen Ausbildung ein wichtiger Lernort. Je nach Ausbildungsberuf und Unternehmen durchlaufen Studierende verschiedene Abteilungen. Dadurch lernen sie unterschiedliche Geschäftsprozesse kennen und können herausfinden, welche betriebswirtschaftlichen Aufgaben langfristig zu ihren Interessen und Stärken passen.

Zum Ende der Berufsausbildung wird der jeweilige anerkannte Berufsabschluss erworben. Bei einer Ausbildung im kaufmännischen Bereich erfolgt die Prüfung beispielsweise über die zuständige Industrie- und Handelskammer. Bei der Ausbildung zur Steuerfachangestellten ist die Steuerberaterkammer zuständig. Parallel dazu wird das Bachelorstudium mit den vorgesehenen Prüfungen und der Bachelorarbeit abgeschlossen.

Was lernt man in der Ausbildung?

  • Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre
  • Volkswirtschaftliche Zusammenhänge
  • Mathematik und Statistik
  • Buchführung und Bilanzierung
  • Rechnungswesen und Controlling
  • Marketing und Vertrieb
  • Personalwesen und Organisation
  • Unternehmensführung und strategisches Management
  • Wirtschaftsrecht und arbeitsrechtliche Grundlagen
  • Wirtschaftsenglisch und berufliche Kommunikation
  • Projektmanagement und wissenschaftliches Arbeiten
  • Digitale Geschäftsprozesse und betriebliche Informationssysteme
  • Analyse wirtschaftlicher Daten und Unternehmenskennzahlen

Der Bachelorstudiengang Betriebswirtschaft an der THWS vermittelt zunächst eine breite betriebswirtschaftliche Grundlage. Zu den Grundlagen gehören unter anderem Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Mathematik und Statistik, Buchführung und Bilanzierung, Mikroökonomik, Marketing, Controlling, Arbeitsrecht und Wirtschaftsenglisch.

In der späteren Studienphase können Studierende ihr fachliches Profil durch die Wahl von zwei aus insgesamt 16 angebotenen Schwerpunktmodulen stärker auf bestimmte Themen ausrichten. Zusätzlich gehört eine praxisorientierte Abschlussphase mit Bachelorarbeit zum Studium.

Gehalt in der Ausbildung und danach

Das Gehalt beim Verbundstudium Betriebswirtschaft (m/w/d) wird nicht von der THWS einheitlich festgelegt. Die Vergütung wird mit dem jeweiligen Praxispartner vereinbart und hängt unter anderem von der gewählten Berufsausbildung, dem Unternehmen, der Region und einer möglichen Tarifbindung ab.

Da bereits vor dem Studienbeginn ein Ausbildungsverhältnis mit dem Praxispartner besteht, erhalten Studierende im Verbundstudium grundsätzlich eine Ausbildungsvergütung. Bei tarifgebundenen Unternehmen können die jeweiligen Tarifregelungen maßgeblich sein. Bei anderen Arbeitgebern wird die Vergütung individuell vereinbart.

Ein aktuelles Stellenangebot für das Verbundstudium Betriebswirtschaft an der THWS bei einem regionalen Kreditinstitut zeigt, dass die konkrete Vergütung vom Praxispartner abhängt. Deshalb sollte bei der Bewerbung immer das jeweilige Stellenangebot geprüft werden. Eine allgemeingültige Vergütung für alle Verbundstudierenden gibt es nicht.

Ausbildungsvergütung

Ausbildungsjahr Vergütung
1. Jahr Abhängig vom Ausbildungsberuf, Praxispartner und Tarifvertrag
2. Jahr Abhängig vom Ausbildungsberuf, Praxispartner und Tarifvertrag
3. Jahr Abhängig vom Ausbildungsberuf, Praxispartner und Tarifvertrag
4. Jahr Abhängig vom Praxispartner und der konkreten Ausbildungs- und Studienphase

Nach dem Abschluss verbessert sich die Ausgangsposition für den Berufseinstieg. Absolvent:innen verfügen über einen Bachelor of Arts in Betriebswirtschaft, einen anerkannten Berufsabschluss und mehrere Jahre praktische Erfahrung. Das spätere Einkommen hängt von der Position, Branche, Region, Unternehmensgröße und Berufserfahrung ab.

Typische Einstiegspositionen finden sich beispielsweise in Controlling, Vertrieb, Marketing, Personalwesen, Einkauf, Finanzwesen oder Unternehmensorganisation. Bei tarifgebundenen Arbeitgebern kann die Eingruppierung nach dem jeweils geltenden Tarifvertrag erfolgen. In anderen Unternehmen wird das Gehalt individuell vereinbart.

Karriere und Zukunft

Die Karriere nach dem Verbundstudium Betriebswirtschaft (m/w/d) bietet zahlreiche Möglichkeiten. Durch die Kombination aus Hochschulabschluss, Berufsausbildung und praktischer Erfahrung können Absolvent:innen in unterschiedlichen kaufmännischen und betriebswirtschaftlichen Bereichen arbeiten.

Welche Richtung sich entwickelt, hängt stark vom Ausbildungsberuf, den Praxiseinsätzen und den gewählten Studienschwerpunkten ab. Eine Person mit einer Ausbildung im Bankbereich kann beispielsweise im Finanzwesen, Firmenkundengeschäft oder Controlling tätig werden. Wer eine kaufmännische Ausbildung absolviert, kann sich unter anderem in Einkauf, Vertrieb, Personal oder Unternehmensorganisation weiterentwickeln.

Auch die zunehmende Digitalisierung verändert betriebswirtschaftliche Tätigkeiten. Datenanalyse, digitale Geschäftsmodelle, automatisierte Prozesse und moderne Unternehmenssoftware gewinnen an Bedeutung. Deshalb sind neben klassischen betriebswirtschaftlichen Kenntnissen auch digitale Kompetenzen und die Fähigkeit zur strukturierten Analyse wichtig.

Weiterbildungsmöglichkeiten

  • Spezialisierung im Controlling und Rechnungswesen
  • Weiterentwicklung im Finanz- und Bankwesen
  • Vertiefung in Marketing und Vertrieb
  • Spezialisierung auf Personalmanagement und Recruiting
  • Weiterentwicklung im Einkauf und Supply Management
  • Aufgaben in Unternehmensentwicklung und strategischem Management
  • Projekt- und Prozessmanagement
  • Fachliche Weiterbildungen im jeweiligen Ausbildungsberuf
  • Übernahme von Führungs- und Koordinationsaufgaben
  • Aufnahme eines weiterführenden Masterstudiums

Nach dem Bachelorabschluss besteht die Möglichkeit, ein Masterstudium anzuschließen. Dabei können je nach persönlicher Ausrichtung beispielsweise betriebswirtschaftliche, finanzwirtschaftliche, internationale oder managementorientierte Studiengänge interessant sein. Ein Master ist nicht zwingend erforderlich, kann aber für bestimmte Fach- und Führungspositionen eine sinnvolle Ergänzung darstellen.

Die beruflichen Perspektiven sind breit, weil betriebswirtschaftliches Wissen in nahezu allen Wirtschaftszweigen benötigt wird. Unternehmen, Banken, Dienstleistungsbetriebe, öffentliche Einrichtungen und andere Organisationen benötigen Fachkräfte für Planung, Steuerung, Organisation, Kundenbetreuung und wirtschaftliche Analyse.

Passt der Beruf zu dir?

Das Verbundstudium Betriebswirtschaft (m/w/d) eignet sich besonders für Schüler:innen, die sich nicht zwischen Studium und Ausbildung entscheiden möchten. Das Modell verbindet einen akademischen Abschluss mit einer anerkannten Berufsausbildung und umfangreicher praktischer Erfahrung. Gleichzeitig ist die Kombination anspruchsvoll, weil Studium, Ausbildung, Prüfungen und betriebliche Aufgaben über mehrere Jahre parallel organisiert werden müssen.

Wer sich für wirtschaftliche Zusammenhänge interessiert, gerne mit Zahlen und Daten arbeitet und zugleich Freude an Kommunikation und Teamarbeit hat, bringt wichtige Voraussetzungen mit. Auch Eigeninitiative und eine gute Selbstorganisation sind entscheidend, da die verschiedenen Lernorte und Anforderungen miteinander koordiniert werden müssen.

Wer diese Anforderungen erfüllt, kann mit dem Verbundstudium einen vielseitigen Bildungsweg einschlagen. Nach 4,5 Jahren stehen im Idealfall sowohl der Bachelor of Arts Betriebswirtschaft als auch ein anerkannter Berufsabschluss zur Verfügung. Damit bietet das duale Studienmodell der THWS eine Verbindung aus wissenschaftlicher Qualifikation, Berufsausbildung und praktischer Berufserfahrung.

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