Die Ausbildung zum Prämonstratenser-Priester (m/w/d) ist kein staatlich geregelter dualer Ausbildungsberuf wie beispielsweise eine Ausbildung in einem Handwerks- oder Industrieberuf. Vielmehr handelt es sich um einen geistlichen Ausbildungs- und Berufungsweg innerhalb des Prämonstratenserordens. Der Weg verbindet das Leben in einer Ordensgemeinschaft mit einer theologischen Ausbildung und der Vorbereitung auf den priesterlichen Dienst.
Prämonstratenser sind Chorherren beziehungsweise Regularkanoniker und keine Mönchsgemeinschaft im engeren Sinn. Ein Schwerpunkt des Ordens liegt traditionell auf Gemeinschaft und Seelsorge. Prämonstratenser-Priester können beispielsweise in der Pfarrseelsorge, im Religionsunterricht, in der Jugendarbeit, in der Erwachsenenbildung oder in weiteren pastoralen Aufgaben tätig sein.
Der Ausbildungsweg unterscheidet sich damit deutlich von einer klassischen Ausbildung mit Berufsschule, Ausbildungsvergütung und Abschlussprüfung. Am Beispiel des Prämonstratenser-Klosters Roggenburg lässt sich der Weg vom Kennenlernen der Gemeinschaft über Noviziat und zeitliche Profess bis zur ewigen Profess und der weiteren Vorbereitung auf die Priesterweihe nachvollziehen.
Prämonstratenser-Priester verbinden das Leben in einer Ordensgemeinschaft mit dem priesterlichen und seelsorglichen Dienst. Der konkrete Arbeitsalltag hängt davon ab, in welcher Gemeinschaft und in welchem pastoralen Aufgabenbereich ein Ordenspriester eingesetzt wird.
Eine zentrale Aufgabe ist die Seelsorge. Dazu gehören beispielsweise Gottesdienste, die Begleitung von Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen, die Vorbereitung und Durchführung kirchlicher Feiern sowie die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Prämonstratenser können außerdem in der Bildungsarbeit, Kirchenmusik oder in speziellen seelsorglichen Aufgabenfeldern tätig sein.
Das Ordensleben ist dabei ein wesentlicher Bestandteil des Berufsbildes. Gemeinsames Gebet, geistliche Übungen, gemeinschaftliches Leben und die Übernahme von Aufgaben innerhalb des Klosters gehören zum Alltag. In Roggenburg werden beispielsweise Pfarrseelsorge, Jugendarbeit, Religionsunterricht, Kirchenmusik sowie Ehe- und Familienseelsorge als Aufgabenfelder genannt.
Der Begriff Arbeitsort ist bei diesem Berufsbild allerdings nur eingeschränkt mit einem klassischen Arbeitsplatz vergleichbar. Das Leben in der Ordensgemeinschaft ist ein wesentlicher Bestandteil des Weges. In Deutschland gibt es beispielsweise Prämonstratenser in der Abtei Windberg und im davon abhängigen Priorat Roggenburg.
Die Voraussetzungen für den Weg zum Prämonstratenser-Priester unterscheiden sich grundlegend von den Zugangsvoraussetzungen einer staatlich geregelten Berufsausbildung. Es gibt keinen bundesweit einheitlichen Ausbildungsabschluss und keine gesetzlich vorgeschriebene Berufsschulregelung. Entscheidend ist vielmehr die persönliche Berufung zum Ordensleben und zum priesterlichen Dienst.
Das Prämonstratenser-Kloster Roggenburg lädt junge Männer ab 16 Jahren dazu ein, sich mit der Frage nach einem Leben in der Ordensgemeinschaft auseinanderzusetzen. Vor einer Aufnahme steht eine Phase der persönlichen Klärung. Dazu können Besuche im Kloster und ein längeres Mitleben in der Gemeinschaft gehören.
Für die Aufnahme müssen Interessierte bereit sein, das gemeinschaftliche Leben nach den Evangelischen Räten und dem Vorbild der Apostel zu führen. Hinzu kommen die üblichen Voraussetzungen, die für den priesterlichen Dienst gelten. Welche konkreten schulischen und persönlichen Anforderungen erfüllt werden müssen, wird individuell mit der Ordensgemeinschaft und den zuständigen kirchlichen Verantwortlichen geklärt.
Die Ausbildung Prämonstratenser-Priester (m/w/d) folgt keinem einheitlichen dreijährigen Ausbildungsmodell. Sie besteht aus mehreren aufeinanderfolgenden Phasen. Dazu gehören die persönliche Berufungsklärung, die Aufnahme in die Ordensgemeinschaft, das Noviziat, die zeitliche Profess, die weitere Ausbildung und schließlich bei einer entsprechenden Berufung die ewige Profess und die Vorbereitung auf die Priesterweihe.
Die einzelnen Phasen dienen nicht nur dem Erwerb von Fachwissen. Ebenso wichtig sind die persönliche Reifung, die Prüfung der eigenen Berufung und das Hineinwachsen in das gemeinschaftliche Leben. Der Weg kann deshalb mehrere Jahre dauern und ist nicht mit einem festen Ausbildungszeitraum wie bei einem dualen Ausbildungsberuf vergleichbar.
Am Anfang steht eine Phase der Berufungsklärung. Interessierte können die Gemeinschaft kennenlernen und für eine gewisse Zeit im Kloster mitleben. Dadurch erhalten beide Seiten die Möglichkeit zu prüfen, ob das Leben in der Gemeinschaft und die persönliche Berufung zusammenpassen.
Nach einer möglichen Aufnahme beginnt mit der Einkleidung das Noviziat. Im Prämonstratenserkloster Roggenburg dauert das Noviziat in der Regel zwei Jahre. Im ersten Jahr steht insbesondere das Kennenlernen des Klosteralltags und der Gemeinschaft im Mittelpunkt. Der Novize übernimmt Aufgaben im Haus, nimmt am gemeinschaftlichen Gebet teil und erhält Unterricht über die Spiritualität, Geschichte und Lebensweise des Ordens.
Im zweiten Noviziatsjahr kann das Theologiestudium beginnen. Je nach Vorbildung und persönlichem Weg sind auch eine berufliche Weiterbildung oder ein beruflicher Einsatz möglich. Während des Studiums kann der Novize in einem Priesterseminar oder einer geistlichen Gemeinschaft am Studienort leben.
Auf das Noviziat folgt das Juniorat beziehungsweise die Zeit der zeitlichen Profess. Dabei bindet sich der Mitbruder zunächst für einen begrenzten Zeitraum an die Gemeinschaft und lebt nach den entsprechenden Ordensgelübden. Diese Phase dient der weiteren Ausbildung und der endgültigen Klärung der persönlichen Berufung.
Mit der ewigen Profess wird der Professe vollwertiges Mitglied der Kanonie. Für Kandidaten, die zum priesterlichen Dienst berufen sind, folgt anschließend die weitere Ausbildung und Vorbereitung auf das Weihesakrament. Dazu gehört ein Pastoralkurs, der auf den Einsatz in der Seelsorge vorbereitet.
Ein klassisches Gehalt für Prämonstratenser-Priester (m/w/d) beziehungsweise eine Ausbildungsvergütung gibt es nicht in der Form, wie sie aus dualen Ausbildungsberufen bekannt ist. Der Weg zum Prämonstratenser-Priester ist ein kirchlicher Ordens- und Ausbildungsweg und kein staatlich geregeltes Beschäftigungsverhältnis mit einer gesetzlich festgelegten Ausbildungsvergütung.
Während der Ausbildungsphasen leben die Kandidaten in der Ordensgemeinschaft beziehungsweise an den jeweiligen Studienorten. Unterkunft, Verpflegung und weitere Lebenshaltungskosten können entsprechend der Regelungen der jeweiligen Gemeinschaft übernommen oder organisiert werden. Die konkrete finanzielle Ausgestaltung ist von der Ordensgemeinschaft und der jeweiligen Ausbildungsphase abhängig.
| Ausbildungsphase | Finanzielle Regelung |
|---|---|
| Berufungsklärung | Keine klassische Ausbildungsvergütung; individuelle Regelungen mit der Ordensgemeinschaft |
| Noviziat | Keine staatlich geregelte Ausbildungsvergütung; Leben in der Ordensgemeinschaft |
| Juniorat und zeitliche Profess | Keine klassische Ausbildungsvergütung; Versorgung und Lebensunterhalt nach den Regelungen der Gemeinschaft |
| Theologiestudium und weitere Ausbildung | Finanzierung abhängig von Ordensgemeinschaft, Studienort und Ausbildungsweg |
Nach der Priesterweihe ist die finanzielle Situation ebenfalls nicht mit einem normalen Arbeitsverhältnis gleichzusetzen. Ordenspriester leben entsprechend ihrer Ordensgemeinschaft und deren Regeln. Deshalb lässt sich kein allgemeines Einstiegsgehalt für Prämonstratenser-Priester nennen. Entscheidend sind die Regelungen des jeweiligen Ordens und gegebenenfalls die kirchliche Einrichtung, in der ein Priester eingesetzt wird.
Der Begriff Karriere hat bei einem Prämonstratenser-Priester eine andere Bedeutung als in vielen weltlichen Berufen. Im Vordergrund stehen nicht Einkommen, hierarchischer Aufstieg oder berufliche Selbstverwirklichung, sondern die Verbindung von geistlichem Leben, Gemeinschaft und Dienst an anderen Menschen.
Nach der Priesterweihe können Prämonstratenser unterschiedliche pastorale Aufgaben übernehmen. Der Orden ist traditionell besonders mit der Pfarrseelsorge verbunden. Gleichzeitig können sich Tätigkeiten in Bildung, Jugendpastoral, Kirchenmusik, Familienseelsorge oder anderen Bereichen entwickeln.
Die konkreten Einsatzmöglichkeiten hängen von der jeweiligen Ordensgemeinschaft, den persönlichen Fähigkeiten und der jeweiligen kirchlichen Situation ab. Auch wissenschaftliche oder bildungsbezogene Tätigkeiten können zum Aufgabenfeld gehören.
Darüber hinaus können Prämonstratenser entsprechend ihrer Begabungen und der Aufgaben des Ordens unterschiedliche Verantwortungsbereiche übernehmen. Möglich sind beispielsweise Aufgaben in der Pfarrleitung, Bildungsarbeit, Ordensverwaltung oder geistlichen Begleitung.
Die Ausbildung zum Prämonstratenser-Priester (m/w/d) ist nur dann passend, wenn eine ernsthafte persönliche Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben, dem Ordensleben und dem priesterlichen Dienst vorhanden ist. Es handelt sich nicht um eine gewöhnliche Berufsausbildung, bei der lediglich ein Ausbildungsplatz gesucht und nach drei Jahren ein Berufsabschluss erworben wird.
Interessierte sollten bereit sein, ihr Leben langfristig auf eine Ordensgemeinschaft auszurichten. Dazu gehören gemeinschaftliches Leben, Gebet, geistliche Entwicklung und die Bereitschaft, sich über längere Zeit mit der eigenen Berufung auseinanderzusetzen.
Gleichzeitig bietet der Weg vielfältige Möglichkeiten, mit Menschen zu arbeiten und gesellschaftlich beziehungsweise kirchlich Verantwortung zu übernehmen. Wer sich für Theologie, Seelsorge, Bildung und Gemeinschaft interessiert und eine persönliche Berufung zum geistlichen Leben verspürt, kann sich zunächst unverbindlich mit einer Prämonstratensergemeinschaft in Verbindung setzen und das Ordensleben kennenlernen.
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